LRin Palfrader: „Kleinmaschiges Schulnetz unverzichtbar“

Bund will österreichweite Mindestgrößen für Schulen. Tirols Bildungslandesrätin Beate Palfrader kann diesem Vorschlag nichts abgewinnen.

Innsbruck (OTS) - Aufgrund der jährlich sinkenden SchülerInnenzahlen regt Gabriele Heinisch-Hosek die Einführung von Mindestgrößen für Schulen an. Während die Bildungsministerin im Sekundarbereich über eine MindestschülerInnenzahl von 300 nachdenkt, ist die Untergrenze im Volksschulbereich noch offen. Tirols Bildungslandesrätin Beate Palfrader kann diesem Vorschlag nichts abgewinnen.

"BMin Heinisch-Hosek kennt die Schulstrukturen in den Ländern nicht. Wenn sie eine Schulgröße von mindestens 300 SchülerInnen für die Neuen Mittelschulen vorschlägt, blieben in Tirol gerade noch drei Schulen übrig", gibt LRin Palfrader zu bedenken. "Großraum- und Ballungszentren sind mit den topografischen Strukturen in Tirol nicht zu vergleichen. Wenn BMin Heinisch-Hosek das Wiener Modell mit weitaus größeren Schulzentren auf die Länder umlegen will, kann das nicht funktionieren." Außerdem seien für die Schulorganisation die Länder, für die Schulerhaltung der Pflichtschulen die Gemeinden zuständig.

"Mir sind eine ausgewogene räumliche Verteilung der Schulen und möglichst kurze Wege für die Schülerinnen und Schüler wichtig. Denn wohnortnahe Schulen sind ein zentraler Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und tragen wesentlich zur Attraktivität kleinerer Gemeinden als Wohnort für Familien bei", betont LRin Palfrader. Bereits im Arbeitsübereinkommen für Tirol 2013 bis 2018 habe sich die Landesregierung daher zu einer Weiterentwicklung eines zukunftsorientierten kleinmaschigen Schulnetzes bekannt. Tirol gehe seit Jahren einen kontinuierlich moderaten, aber konsequenten Weg im Bereich der Kleinschulen.

"Die vielen Kleinschulen sind natürlich mit finanziellen Anforderungen verbunden", weiß LRin Palfrader. "Da der Bund seiner Kostentragungspflicht für die erforderlichen Lehrerstellen seit Jahren nicht nachkommt, finanziert das Land 100 zusätzliche Planstellen für die Pflichtschulen - vorwiegend aber nicht aufgrund der Kleinschulstruktur, sondern weil der Bund vor allem für den Aufwand in der Sonderpädagogik viel zu wenig zahlt. Hier gäbe es tatsächlich Handlungsbedarf."

Zahlen und Fakten:

- 182 von 371 Tiroler Volksschulen fallen im Schuljahr 2014/2015 unter den Begriff Kleinschulen. Davon sind 78 Volksschulen einklassig. 37 der 78 einklassigen Schulen haben weniger als 15 SchülerInnen.

- Insgesamt 37 Volksschulen wurden in den vergangenen acht Jahren geschlossen.

- In Tirol gibt es 105 Neue Mittelschulen. Davon haben nur die NMS 1 St. Johann, die NMS Karl Schönherr in Axams und die NMS Absam über 300 SchülerInnen.

- Im Schuljahr 2014/2015 besuchen 28.134 Kinder die VS und 20.334 SchülerInnen die NMS.

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