• 15.01.2015, 14:49:09
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ÖGB-Frauen: Teilzeit nicht Wunsch, sondern oft Notwendigkeit

Anderl: Altersarmut als Folge von zu wenig Kinderbetreuungsangeboten

Utl.: Anderl: Altersarmut als Folge von zu wenig
Kinderbetreuungsangeboten =

Wien (OTS/ÖGB) - Die Zahl der Frauen, die teilzeitbeschäftigt sind,
ist in den letzten zehn Jahren stark gestiegen. Waren es im Jahr 2004
noch 134.300 Frauen, sind es heuer bereits 164.300. "Für viele Frauen
ist Teilzeitarbeit kein Wunsch, sondern oft die einzige Möglichkeit
Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen", betont
ÖGB-Vizepräsidentin und Bundesfrauenvorsitzende Renate Anderl
anlässlich der gestern präsentierten Studienergebnisse des Instituts
für Familienforschung. Die Beweggründe der betroffenen Frauen sähen
die ÖGB-Frauen nicht in der Freiwilligkeit, vielmehr lässt
hierzulande das Angebot an Plätzen in Kinderbildungseinrichtungen und
familienfreundlichen Jobs zu wünschen übrig.

Nur für 14 Prozent der Unter-3-Jährigen und 35 Prozent der 3 bis
5-Jährigen gibt es einen Betreuungsplatz, der mit Vollzeit vereinbar
ist. "In Oberösterreich ist die Lage besonders trist, so dass vielen
Mütter kaum etwas anderes übrig bleibt, als eine Teilzeitstelle
anzunehmen, wenn sie arbeiten wollen", erklärt Bundesfrauensekretärin
Isabella Guzi und fügt hinzu: "Auch jene, die einen Platz in einer
Kinderbildungseinrichtung haben, sind mit diesem nicht immer
glücklich: Kurze Öffnungszeiten, zu viele Schließtage und zu hohe
Kosten in den Ferien beklagen mehr als 100.000 Eltern." Das bestätigt
auch die gestern präsentierte Befragung des Gemeindebundes: 42
Prozent der Eltern fordern mehr Investitionen in
Kinderbildungseinrichtungen.

Teilzeit führt zu Altersarmut

Teilzeitarbeit und ein unzureichendes Angebot an
Kinderbildungseinrichtungen verhindere nicht nur Karrieren, sondern
schmälere auch die späteren Pensionen der heute in Teilzeit
Arbeitenden. Sie sind viel geringer als nach einem Erwerbsleben in
Vollzeit. "Niedriglöhne führen zu Niedrigpensionen und damit zu
Altersarmut, von der vor allem Frauen betroffen sind", so Anderl.
"Frauen müssen sich in der Zeit des Berufseinstiegs mit nur knapp 67
Prozent der Männereinkommen begnügen. Einen regelrechten
Einkommenseinbruch erleben aber Frauen in dem Alter, wenn sie Kinder
bekommen und die Betreuung am intensivsten ist. Frauen in dieser
Altersgruppe erreichen nur mehr die Hälfte der Männereinkommen."

Forderungen der ÖGB-Frauen:

█volle Anrechnung der gesetzlichen Karenzzeit auf alle Ansprüche
█Arbeit neu bewerten, damit gleichwertige Arbeit gleich entlohnt wird
█Ausbau qualitätsvoller Kinderbildungseinrichtungen mit
bedarfsorientierten Öffnungszeiten
█Einführung eines bezahlten "Papamonats"
█Bevorzugung Teilzeitbeschäftigter bei der Nachbesetzung von
Vollzeitstellen

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