Musiol: Regierung liefert bei Kindergeldreform nur Überschriften

Grüne erwarten sich zeitgerechte Auseinandersetzung im Nationalrat

Wien (OTS) - "Der Weg bis zur Kindergeldreform ist noch ein langer, denn bis dato hören wir nur Überschriften. Flexibilität, Vereinfachung und mehr Väterbeteiligung kann ich nur unterstützen. Zu den heiklen Fragen, in welchem Zeit-Rahmen man Familien Flexibilität gewährt, ob Karenz und Kinderbetreuungsgeld angeglichen werden oder in welchem Ausmaß die Beteiligung von Vätern vorausgesetzt wird, wird seit Monaten geschwiegen. Ich erwarte mir darüber auch eine zeitgerechte Auseinandersetzung im Nationalrat", reagiert die Grüne Familiensprecherin Daniela Musiol auf die Ankündigung von Ministerin Karmasin, dass noch vor dem Sommer eine Einigung bei der Reform des Kinderbetreuungsgeldes kommen soll.

Aus Grüner Sicht ist eine Reform absolut notwendig. "Das derzeitige System ist an Komplexität kaum zu überbieten und setzt zu wenig Akzente, um eine gerechte Aufteilung der Familienarbeit zwischen Männern und Frauen zu unterstützen. Wir fordern die Angleichung von Karenz und Kinderbetreuungsgeld und erwarten, dass auch weiterhin eine gewisse Anzahl an Monaten für Väter reserviert wird", sagt Musiol und weiter: "Dem Vorschlag, einen Partnerschaftsbonus einzuführen, stehe ich skeptisch gegenüber. Warum sollten wir Männer für etwas belohnen, was von Frauen ganz selbstverständlich verlangt wird. Priorität hat für uns jedoch die Einführung eines Papamonats mit Einkommensersatz. Ich bin überzeugt, dass viele Väter dadurch auf den Geschmack auf mehr Zeit mit ihren Kindern kommen würden".

Bei der Reform des Kinderbetreuungsgeldes muss es jedoch auch um die Zeit danach gehen. Eltern müssen die Sicherheit haben, dass spätestens im Anschluss an die Karenz ein Krippenplatz für ihr Kind bereit steht. Parallel dazu braucht es aber auch eine arbeitszeitliche Entlastung von Familien. Hier schlagen die Grünen ein Familienteilzeitmodell vor. "Beide Elternteile sollen nach dem Kindergeldbezug für einen gewissen Zeitraum ihre Arbeitszeit -durchaus gleichzeitig -reduzieren können, um mehr Zeit für die Familie da sein zu können. Etwaige Einkommensverluste sollten dabei teilweise durch Familienförderung abgefedert werden", fordert Musiol.

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