Q-Check: Das verflixte siebente Jahr oder sieben magere Jahre?

Wien (OTS) - Die Roadshow "Q-Check", veranstaltet von DerBörsianer und Metrum Communications, befasste sich am Mittwoch mit den Erwartungen für die Kapitalmärkte im Jahr 2015. Dabei herrschte bei den Anlageexperten vorsichtiger Optimismus in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld vor.

Kommt nach sechs Jahren starker Performance auf den Kapitalmärkten nun das verflixte siebente Jahr? Diese Frage stellte Heinz Bednar, CEO Erste Asset Management. Seine Antwort: eher nein. Die Devise für die Anleger im Jahr 2015 lautet für ihn daher "kontrollierte Offensive". Bednar sieht durchaus Gefahren für die Finanzmärkte. Aus seiner Sicht überwiegen aber die positiven Faktoren: "Die US-Wirtschaft ist gut aus der Finanzkrise herausgekommen. Sie ist sehr anpassungsfähig." Dazu kommt der niedrige Ölpreis, "der sich positiv auf die Weltwirtschaft auswirkt" und der erstarkte US-Dollar, "der die Exportwirtschaft im Rest der Welt unterstützt". Und China? "Das ist die Rezession, von der jedes Mal zu Jahresbeginn die Rede ist, die aber dann nie kommt."

Thomas Neuhold, Head of Austrian Equity Research von Kepler Cheuvreux, geht dagegen davon aus, dass "nach sieben fetten Jahren auf den Kapitalmärkten nun sieben magere Jahre folgen werden". Seine Argumentation: Government Bonds bieten keine Renditen mehr - "in sie zu investieren, ist eine sichere Methode, um Geld zu verlieren." Und US-Aktien seien nach der guten Performance der vergangenen Jahre "noch nie so hoch bewertet wie jetzt." Neuhold rechnet damit, dass Renditen von 15 bis 20% für die nächsten sieben bis zehn Jahre der Vergangenheit angehören und nur noch "um die 3 bis 5%" zu erzielen sein werden". Für vergleichsweise interessant hält Neuhold europäische und dabei insbesondere auch österreichische Aktien.

Walter Liebe, Senior Vice President Pictet Asset Management erwartet, dass die Weltwirtschaft in 2015 Wachstumsimpulse vom niedrigen Ölpreis, dem starken US-Dollar und einer expansiven Geldpolitik der EZB erhalten wird. In den USA rechnet er mit einer Zinserhöhung, "die aber flacher verlaufen und früher enden wird, als viele befürchten". Den niedrigen Ölpreis hält Liebe für ein "weltweites Konjunkturprogramm". Natürlich gebe es auch Verlierer, aber er warnt vor überzogenen Befürchtungen: "Länder wie Russland, Nigeria und Venezuela leiden unter dem Ölpreis, aber ich sehe keine Insolvenzgefahr. Russland zum Beispiel hat einen Verschuldungsgrad von nur 9% des BIP". Liebe rechnet damit, dass die Emerging Markets in 2015 "die positive Überraschung des Jahres sein werden".

Über das Erfolgsgeheimnis im Retail-Immobilienmarkt sprach Hannes Pachler, Retail Investment BergsTopp. "Woran erkennt man eine gutes Shopping Center? Ganz einfach, am richtigen Mix". Man brauche starke Marken aber auch immer wieder neue Shops. "Abwechslung ist ganz wichtig." Das Retail-Segment hat in Österreich in den vergangenen Jahren stark zugelegt. Laut Pachler machte es 2014 mit rund eine Milliarde Euro etwa 40% des gesamten Immobilientransaktionsmarktes aus. Und es wird seiner Ansicht mit durchschnittlichen Renditen von 4% für Top-Einkaufsstraßen, 5,5% für Shopping Center und 6,2% für Fachmarktzentren weiter attraktiv bleiben.

Ein großes Ergebnispotenzial sieht Wolfgang Anzengruber, CEO der Verbund AG, für sein Unternehmen: "Der Verbund ist eine Wette auf den Strompreis." Ein um einen Euro höherer Großhandels-Strompreis bedeute für den Verbund ein höheres EBIT von 25 Mio. Euro pro Jahr. Derzeit liege der Strompreis bei 33 Euro/MWh, vor sieben Jahren habe er 75 Euro betragen. Anzengruber ist zuversichtlich, dass der Strompreis bis Ende des Jahrzehnts wieder steigen wird. In den nächsten zwei bis drei Jahren könne er noch stagnieren, wenn die massive Förderung von Solarenergie und Windkraft in Deutschland nicht nachlasse. Den Verbund sieht Anzengruber gut aufgestellt: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und produzieren bereits 90 Prozent unseres Stroms CO2-frei." Die eigenen Erzeugungskosten seien so niedrig, dass der Verbund immer verdiene, auch bei niedrigen Strompreisen wie derzeit.

Bilder und Präsentationen finden Sie unter www.q-check.at

Über Q-Check - Quarterly Market Roadshow

Die "Q-Check - Quarterly Market Roadshow" ist die führende Plattform zur Meinungsbildung am österreichischen Kapitalmarkt. Im Rahmen regelmäßiger Roadshows präsentieren renommierte Finanzhäuser, den Top-Entscheidern der Finanzcommunity, ihre Investmentchancen für das nächste Quartal (Quartals-Check). Ziel ist es zur individuellen und medialen Meinungsbildung beizutragen sowie ein schlagkräftiges Branchen-Netzwerk zur Stärkung des heimischen Kapitalmarkts zu schaffen.

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