Darabos: "Vorgebliches Dialogzentrum, das Dialog verweigert, stellt sich selbst in Frage"

Schweigen zu Auspeitschung von Menschenrechtsaktivist skandalös - Sinnhaftigkeit von Abdullah-Zentrum rasch evaluieren

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos zeigt sich heute, Donnerstag, "äußerst skeptisch", was die Sinnhaftigkeit des "König Abdullah Bin Abdulaziz Zentrum für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog" (KAICIID) betrifft. "Während in Saudi-Arabien mit voller Härte und öffentlichen Auspeitschungen gegen einen Menschenrechtsaktivisten und Blogger vorgegangen wird, kommt den VertreterInnen des Abdullah-Zentrums kein Wort der Verurteilung über die Lippen". Statt sich endlich von solchen brutalen Menschenrechtsverstößen zu distanzieren, habe das Abdullah-Zentrum skandalöser Weise Stellungnahmen verweigert. Für Darabos ist daher klar: "Ein Zentrum, das sich offenbar nur im Titel mit dem Begriff 'Dialog' schmückt, in der Praxis aber jeden Dialog verweigert, stellt sich selbst in Frage". ****

Darabos unterstützt daher die Forderung von Bundeskanzler Werner Faymann nach einer schnelleren Evaluierung der Tätigkeit des Abdullah-Zentrums. "Wir brauchen jetzt möglichst rasch einen Bericht auf dem Tisch, so dass wir zügig eine Entscheidung treffen können", sieht Darabos Außenminister Kurz gefordert.

Nach den unfassbaren Äußerungen der Vize-Generalsekretärin des Abdullah-Zentrums Bandion-Ortner, die im Oktober letzten Jahres Hinrichtungen in Saudi-Arabien relativiert hatte, sei das Schweigen des Abdullah-Zentrums zum Fall Raif Badawi der nächste Skandal. "Es ist eine Schande, dass ein Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog dröhnend zu der Tatsache schweigt, dass ein Menschenrechtsaktivist und Blogger wegen eines Aufrufs zur Religionsfreiheit zu zehn Jahren Haft, zu einer Geldstrafe von 200.000 Euro und zu 1.000 Peitschenhieben verurteilt wird", sagte Darabos. Der saudi-arabische Blogger Raif Badawi hatte 2008 das Internet-Forum "Saudische Liberale" gegründet, in dem zur freien Diskussion über die Rolle der Religion in der Politik aufgerufen wurde. "Eigentlich dürfte man von einem Zentrum für interreligiösen Dialog erwarten, dass es auf der Seite jener steht, die einen offenen Dialog über Religionen führen wollen - umso mehr ist daher das Vorgehen des Abdullah-Zentrums zu kritisieren", so Darabos gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. (Schluss) mb/sc

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