Bundespräsident zum König Abdullah Zentrum (KAZIID): Brücken sind schneller abgebrochen als wieder aufgebaut

Kritik an Todesstrafe und Auspeitschung

Wien (OTS) - Bundespräsident Dr. Heinz Fischer bekräftigte heute auf Anfragen seine bisherigen Stellungnahmen in der Diskussion über das König Abdullah Dialogzentrum in Wien. Das Zentrum gehe auf eine Initiative zwischen Spanien und Saudi-Arabien zurück, die vom Vatikan unterstützt wurde und in die sich Österreich mit dem Angebot, das Zentrum in Wien zu errichten eingeschaltet habe.
Es handle sich daher nicht um einen österreichischen Alleingang und im Führungsgremium des Zentrums seien die wichtigsten Religionsgemeinschaften vertreten.

Die politische und rechtliche Situation in Saudi-Arabien war zum Zeitpunkt, wo das Abkommen zur Errichtung des Zentrums geschlossen und vom Österreichischen Nationalrat genehmigt wurde, nicht anders als heute.

Die Sinnhaftigkeit des Dialoges zwischen verschiedenen Religionen und Weltanschauungen ist seither nicht geringer geworden - eher im Gegenteil. Brücken sind rascher abgebrochen als wieder aufgebaut. Kritik am Rechtssystem in Saudi-Arabien wie z.B. Todesstrafe oder Auspeitschung, die im Rahmen eines Dialogprozesses möglich und gerechtfertigt ist, wird durch einen Abbruch der Mitwirkung im Dialogzentrum nicht wirksamer, sagte der Bundespräsident.

Ein einseitiger, sofortiger Austritt Österreichs würde übrigens nach dem Wortlaut der geschlossenen Vereinbarung am Weiterbestand des Zentrums in Wien nichts ändern.

Auf diesen Tatsachen und Überlegungen beruhte die Stellungnahme, die der Bundespräsident gestern - in Gegenwart des Kardinals sowie der Bundesminister Kurz und Ostermayer - abgegeben hat.

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