Weidenholzer: "Wir brauchen eine neue Flüchtlingspolitik"

SPÖ-EU-Abgeordneter fordert sichere Anlaufstellen in Drittstaaten und humanitäre Einreisekorridore für Schutzsuchende

Wien (OTS/SK) - Anlässlich der gestrigen Plenardebatte zu Schlepperkriminalität und Flüchtlingsbooten auf dem Mittelmeer betont Josef Weidenholzer, sozialdemokratischer Menschenrechtssprecher im EU-Parlament, dass Europa endlich sichere Einreisekorridore für Schutzsuchende brauche. "Allein gegen Schlepperbanden zu schimpfen, bringt den Flüchtlingen wenig. Die Schlepper sind nicht Kern des Problems, sondern nur ein Symptom", so der Europaabgeordnete Weidenholzer, der sich schon lange für eine neue und einheitliche EU-Flüchtlingspolitik einsetzt. Bei der gestrigen Plenardebatte im EU-Parlament in Straßburg wurde auch das Phänomen der Geisterschiffe thematisiert. "Diese Schiffe werden mit Flüchtlingen beladen und dann vollkommen sich selbst überlassen Richtung Italien übers Mittelmeer geschickt", erklärt Weidenholzer. ****

"Die EU-Mitgliedstaaten befinden sich weiterhin in einer Schockstarre und sind unfähig, Lösungen für ein neues europäisches Asylsystem zu liefern, obwohl längst klar ist, das Dublin nicht funktioniert", kritisiert Weidenholzer. "Eine faire Lastenverteilung zwischen den EU-Ländern ist mittelfristig unumgänglich", so der Abgeordnete.

"Allein in Italien sind im Jahr 2014 rund 170.000 schutzsuchende Menschen angekommen - das muss man sich erst einmal vorstellen, was für eine Überforderung das für die italienischen Behörden darstellt. Italien und ein paar andere Mitgliedstaaten stehen mit dieser enormen Herausforderung und der Schlepperkriminalität am Mittelmeer größtenteils alleine da", so Weidenholzer, der die Ausbeutung durch Schlepper verurteilt.

"Zwar geben wir vor, helfen zu wollen, gleichzeitig bauen wir die Mauern unserer Festung jeden Tag höher und die europäische Strategie konzentriert sich fast ausschließlich auf Grenzschutz", sagt Weidenholzer. (Schluss) bj/mp

Rückfragehinweis: Elisabeth Mitterhuber, SPÖ-EU-Delegation, Tel.: +43 1 40110-3612, E-Mail: elisabeth.mitterhuber@spoe.at

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0007