Musiol fordert Kindergärten und Krippen in Bundeskompetenz

Grüne für Ausbildung von PädagogInnen auf Hochschulniveau

Wien (OTS) - "Ich begrüße die Auseinandersetzung des Gemeindebundes mit dem Thema Kinderbetreuung und teile die Einschätzung von Präsident Mödlhammer, dass gerade bei den unter 3-Jährigen noch enormer Aufholbedarf besteht. Die Studie des Gemeindebundes zeigt deutlich, dass die Unzufriedenheit der Eltern vor allem in dieser Altersgruppe mit 27 Prozent besonders hoch ist. Erst wenn jedes Kind einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ab dem 1. Geburtstag vorfindet und die Gruppengrößen in Krippen und Kindergärten auf die Bedürfnisse der kleinen Kinder Rücksicht nehmen, wird die Zufriedenheit der Eltern steigen", meint die Familiensprecherin der Grünen, Daniela Muisol.

"Was ich bei Mödlhammer nach wie vor vermisse, ist die zentrale Erkenntnis, dass es sich bei Krippen und Kindergärten um Bildungseinrichtungen handelt. Gezielte Frühförderung muss durch ein hochqualifiziertes und adäquat bezahltes Personal erfolgen. Wenn Österreich, so Mödlhammers Ziel, tatsächlich 'Europameister' in der Kinderbetreuung werden soll, dann ist die Ausbildung der PädagogInnen eine Schlüsselfrage. Denn mit der Ausbildung auf Sekundarstufe ist Österreich längst europäisches Schlusslicht. Die Akademisierung lediglich auf LeiterInnen in Kindergärten einzuschränken halte ich bestenfalls für ein Etappenziel, denn in Schulen hat auch nicht nur der Direktor studiert, sondern das gesamte Lehrpersonal", sagt Musiol.

Mödlhammers Ablehnung einer Ausbildung auf Hochschulniveau passiert aus Angst vor erneuten Belastungen für die Gemeinden. Ich kann das verstehen. Aufgrund der Intensivierung des Ausbaus in der Kinderbetreuung haben die Gemeinden große finanzielle Belastungen und stoßen an ihre Grenzen. Doch anstatt die aktuelle Betreuungssituation und deren Qualität schön zu reden, muss die Frage der Zuständigkeit geändert werden. Der Bund muss sowohl für Ausbildung und Entlohnung der KindergartenpädagogInnen als auch für österreichweit einheitliche Qualitätsstandards in der Kinderbetreuung zuständig sein. Denn Bildungsgerechtigkeit braucht gleiche Startbedingungen für alle Kinder. Ob ein Kind einen Krippenplatz vorfindet, darf weder von der Finanzkraft der Gemeinde noch von der Bereitschaft eines Bürgermeisters abhängen", fordert Musiol.

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