ÖH: Mitterlehners "Wissenschaftsmonitor" den Strom abdrehen

Politisch motivierte ÖVP-"Studie" zur Legitimation von Zugangsbeschränkungen und Bildungsökonomisierung

Wien (OTS) - Die von Minister Mitterlehner präsentierte Studie zum "Wissenschaftsmonitor" stößt bei der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH) auf Ablehnung: "Für uns ist die Studie nicht repräsentativ und ein undemokratischer Schachzug um eine Legitimation zur Ausweitung der Zugangsbeschränkung zu haben. Es scheint, als wolle Minister Mitterlehner der gesetzlichen Evaluierung die Ergebnisse vorwegnehmen. Eine politisch motivierte Befragung einer kleinen Bevölkerungsgruppe spiegelt nicht die Realität der Studierenden wieder. Hier wird versucht die demokratisch gewählte ÖH als Interessensvertretung der Studierenden auszuhebeln", betont Florian Kraushofer.

Die Zusammenlegung des Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium zeigt mit der geplanten Stärkung der Kooperationen mit der Wirtschaft und der privaten Finanzierungen ihre Auswirkungen. "Der Minister lässt sich von den Interessen der Wirtschaft leiten. Die Ökonomisierung der Bildung schadet nicht nur den Hochschulen selbst, sondern auch ihren Studierenden und Lehrenden. Bildung darf nicht am freien Markt verspielt werden und rein den Interessen großer Firmen folgen", so Kraushofer, "der Begriff 'Bildung' verliert immer mehr an Bedeutung und wird zunehmend von der 'Ausbildung' abgelöst. Hochschulen verkommen immer mehr zu Institutionen, die junge Menschen für den Arbeitsmarkt zurecht biegen und keine kritische Auseinandersetzung mehr mit der Gesellschaft fördern."

Bereits im Wintersemester 13/14 hat eine Evaluierung der ÖH ein Minus von bis zu 60 Prozent bei Studienanfänger_innen ergeben. "Wir können nachweisen, dass Zugangsbeschränkungen nicht nur schwerwiegende soziale Folgen haben, sondern auch einen abschreckenden Charakter besitzen. Warum Minister Mitterlehner hier dennoch stur den Kurs verschärfen will, ist für mich unverständlich", so Kraushofer. Als möglichen Ausgleich schlägt die ÖH mehr Maturant_innenberatung und die Einführung einer echten Orientierungsphase vor. "Anstatt sich sachlich mit neuen möglichen Ansätzen auseinanderzusetzen, wird weiter begrenzt. Zugangsregelungen werden die Probleme der Hochschulen nicht lösen", so Kraushofer.

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