Sima/Scharff: Mülltrennen ist trendy

MA 48 und ARA verteilen wieder die praktischen Altstoff-Sammeltaschen im neuen Design

Wien (OTS) - I'll be back! Mit diesem Spruch auf der neuen, praktischen Sammeltasche für Altstoffe will die Stadt Wien gemeinsam mit der Altstoff Recycling Austria AG (ARA), die Wienerinnen und Wiener verstärkt zur Mülltrennung motivieren. Im Laufe des Jänners werden Sammeltaschen in coolem Design an alle Wiener Haushalte verschickt. "Wir wollen es den Wienerinnen und Wienern so einfach wie möglich machen, ihre Altstoffe wie Glas, Metall, Plastikflaschen oder Papier getrennt vom Restmüll zu sammeln. Dann können sie als Rohstoff verwertet werden, wir schonen Ressourcen und entlasten unsere Umwelt", so Umweltstadträtin Ulli Sima. Die ARA unterstützt die Aktion tatkräftig. Dazu ARA-Vorstand Christoph Scharff: "Wien ist Spitzenreiter bei der Sammelqualität - kein anderes Bundesland trennt so sauber. Jetzt wollen wir gemeinsam die Recyclingmengen steigern und noch mehr verwertbare Altstoffe getrennt sammeln. Mit der Sammeltasche ist dies jetzt noch bequemer und einfacher."

Die Vorsammeltasche ist eine wirksame Werbebotschafterin, sie ist immer wieder verwendbar, in ihr können die Altstoffe auch auf engstem Raum praktisch gesammelt und schließlich zu den 210.000 Sammelbehältern transportiert werden. Ganze 350.000 Tonnen Altstoffe jährlich sammeln die Wienerinnen und Wiener heute schon getrennt, dadurch landen 40 % weniger Altstoffe im Restmüll. "Geringere Restmüllmengen bedeuten auch geringere Kosten für jeden einzelnen, Mülltrennen zahlt sich somit auf jeden Fall aus, für die Umwelt und für die Geldbörse", so Sima. Übrigens werden ganze 75.000 t CO2 jährlich durch die getrennte Sammlung in Wien eingespart. Christoph Scharff pflichtet bei und bringt es auf den Punkt: "Jetzt heißt es:
'Trennen statt brennen', in zweierlei Hinsicht: Mülltrennung spart Kosten und viele Altstoffe sind einfach zu schade für die Müllverbrennung."

Limited Editions: Weitere Designs der Vorsammeltaschen auf den Mistplätzen erhältlich

Daher verstärkt die Stadt Wien gemeinsam mit der ARA die Bewusstseinsbildung in Sachen Mülltrennung und verschickt wie bereits vor rund 5 Jahren eine neue Sammeltasche. Zusätzlich zum orangen Standardmodell, das an die Haushalte geschickt wird, gibt es dieses Jahr auch zwei Sondereditionen: Einerseits die Tasche im Design eines Reisekoffers mit der Aufschrift "Der Tonne entgegen", andererseits die schicke Vorsammelhilfe im Design einer edlen Damenhandtasche mit der Aufschrift "Trendy kommt von Trennen". Alle drei Modelle sind sowohl am 48er-Basar als auch bei den Wiener Mistplätzen zum Preis von 2 Euro erhältlich. Der gesamte Erlös kommt dem Wiener TierQuarTier zugute. "Wir wollen den Wienerinnen und Wienern noch einen zusätzlichen Anreiz zum getrennten Sammeln bieten. Wenn wir es schaffen, die Altstoffsammelmenge in Wien bis Ende Juni um 20% zu steigern, verdoppeln wir den Erlös aus den verkauften Sammeltaschen, was ebenso dem Wiener TierQuarTier zugute kommen wird," so Scharff. Bereits vor 5 Jahren haben die Stadt Wien und die ARA gemeinsam Sammeltaschen verschickt: "Sie waren ein voller Renner, es gab unglaubliche Nachfrage und zahlreiche Nachbestellungen und noch heute sieht man die Taschen noch immer im Einsatz", so Sima.

Gut für das Klima: Getrennte Sammlung und Recycling spart jährlich 75.000 Tonnen CO2-Äquivalente

Altstoffe wie Papier, Plastikflaschen, Glas oder Metall sind wichtige Rohstoffe, die im Restmüll nichts zu suchen haben. Durch die getrennte Sammlung über die Sammelbehälter der MA 48 werden wertvolle Altstoffe wieder stofflich verwertet und ersetzen Primärrohstoffe. Diese Einsparung von Ressourcen und Energie führte in Summe zu rund 75.000 t CO2-Einsparungen jährlich und liefert einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Das entspricht den Emissionen von 38.000 PKWs, die jährlich 15.000 Kilometer fahren.

Altglas - Plastik - Metalle - Altpapier: 350.000 Tonnen im Jahr

Bereits vor über 30 Jahren wurde in Wien mit der Einführung der getrennten Sammlung begonnen. Die Sammelsysteme wurden im Laufe der Jahre immer wieder optimiert und an die geänderten Rahmenbedingungen angepasst. Heute stehen den Wienerinnen und Wienern mehr als 210.000 Altstoffbehälter, 18 Mistplätze sowie über 100 Problemstoffsammelstellen für die getrennte Sammlung von Alt- und Problemstoffen zur Verfügung. Die Wienerinnen und Wiener sind bereits fleißige Mülltrenner, sie sammeln pro Jahr über 350.000 Tonnen an Altstoffen. Die getrennte Altstoffsammlung in Wien ist sowohl hinsichtlich Sammelmenge als auch Qualität eine Erfolgsgeschichte:
Die gesammelte Menge an Altstoffen liegt im Vergleich mit anderen europäischen Metropolen im Spitzenfeld. Innerhalb Österreichs ist auch die Qualität der in Wien getrennt erfassten Altstoffe vorbildlich. Während in Österreich durchschnittlich 19 % Fremdstoffe in den gelben Sammelbehältern oder im Gelben Sack landen, sind es in Wien lediglich 8 %.

Eine internationale Studie der Wirtschaftsuniversität Wien belegt einmal mehr die Sammelleidenschaft der WienerInnen. Gemeinsam mit München belegt Wien hier einen Spitzenplatz mit vergleichbaren europäischen Metropolen, sowohl bei der Sammelmenge von Altstoffen von über 170 kg/Einwohner und Jahr als auch bei der Recyclingquote von knapp 40 %. Verglichen wurden u.a. Weltstädte wie Stockholm, Paris, Berlin oder Zürich.

Dennoch kann die Sammelmenge weiter gesteigert werden, weil immer noch Plastikflaschen, Dosen oder auch Glasflaschen im Restmüll landen. Diese Verpackungen gehen dann für das Recycling, Rohstoffschonung und Energieeinsparung verloren.

Zahlreiche Mythen ranken sich um die Mülltrennung - ARA und MA 48 klären auf:

Mythos 1: "Mülltrennen ist nur viel Arbeit und bringt mir persönlich überhaupt nichts!"

Natürlich bringt Mülltrennen etwas! Denn wenn ordentlich getrennt gesammelt wird, fällt weniger Restmüll an und somit können Kosten bei der Müllentsorgung gespart werden. In Wien landen durch die Mülltrennung um 40 % weniger Abfälle im Restmüll. Die getrennt erfassten Altstoffe werden aufbereitet und als Sekundärrohstoff für neue Produkte und Waren verwendet. Dadurch werden kostbare natürliche Rohstoffe gespart.

Mythos 2: "Getrennte Sammlung ist Unsinn, wir brauchen das Plastik für die Müllverbrennungsanlagen"

Stimmt nicht! Der Wiener Restmüll brennt ganz von allein, auch wenn wir alle Plastikflaschen getrennt sammeln würden. (Und nicht nur Getränke-Flaschen gehören in die gelbe Tonne, sondern auch Plastikflaschen aus HDPE z.B. für Reinigungsmittel, Shampoos, Duschgel).

Die getrennte Erfassung von Glas und die Biotonne tragen sogar dazu bei, dass der Heizwert zunimmt. Durch die Müllverbrennung kann der Energieinhalt von Abfällen genutzt werden, die sich nicht mehr stofflich verwerten lassen.

Mythos 3: "Getrennte Sammlung ist ein Schmäh, es wird nachher alles eh wieder zusammengeleert und verbrannt."

Kein Schmäh: Die getrennte Altstoffsammlung liefert hochwertige Rohstoffe für unsere Wirtschaft und schützt Umwelt und Klima. Deshalb hat stoffliches Recycling Vorrang: Aus Plastikflaschen werden wieder Plastikflaschen, aus Altpapier wieder Papier, farbsortiertes Bunt-und Weißglas wird zu neuen Flaschen, Metalle zu vielfältigen Neuprodukten. Verbrannt werden nur Reststoffe, die stofflich nicht mehr verwertet werden können, weil sie zu klein oder verschmutzt sind. Aus ihnen kann zumindest Fernwärme und sauberer Strom gewonnen werden.

Flaschen werden zu Flaschen: 12.700 Tonnen Erdöl eingespart

Im letzten Jahr wurden in Wien über 6.700 Tonnen Kunststoffflaschen gesammelt. Für die Produktion von 1 Tonne PET-Flaschen benötigt man 1,9 Tonnen Erdöl. Durch die Verwertung von Plastikflaschen wurden daher letztes Jahr fast 12.700 Tonnen an Erdöl eingespart. Die PET-Flaschen und sonstige Plastikflaschen aus HDPE z.B. für Reinigungsmittel, Shampoos, Duschgel etc. gelangen zunächst in das Rinterzelt, wo sie von Störstoffen befreit und nach Material sowie Farbe sortiert werden. So können aus alten Getränkeflaschen neue Getränkeflaschen produziert werden ("Bottle to bottle-Recycling"). Aus den anderen Flaschen werden Recyclingprodukte wie Fasern für den Textilbereich oder zur Wärmedämmung und Kunststoffgebinde für die verschiedensten Anwendungsgebiete hergestellt.

Papier wird zu Papier: 480.000 Bäumen pro Jahr gerettet

An Altpapier werden in Wien jährlich rund 120.000 Tonnen in über 95.000 Altpapierbehältern gesammelt. Altpapier kommt bei der Produktion von Recycling-Papier, Faltschachtelkartons, Wellpappe, Pack-, Zeitungs- und Hygienepapier zum Einsatz. Recycling von Altpapier spart nicht nur Holz, sondern senkt auch den Wasser- und Energieverbrauch. Durch die Verwendung von Altpapier zur Herstellung von Recycling-Papier werden jährlich 270.000 Tonnen Holz eingespart. Dadurch kann das Abholzen von 480.000 Bäumen jährlich vermieden werden. Bei der Produktion von Recycling-Papier werden 95 % weniger Wasser und 60 % weniger Energie, im Vergleich zu neuem weißem Papier, verbraucht.

Mythos 4: "Weiß- und Buntglas wird im Sammel-LKW eh wieder zusammengeschmissen!"

Stimmt nicht! Jedes Glassammelfahrzeug hat zwei Kammern: Weiß- und Buntglas können so getrennt, aber im gleichen Fahrzeug transportiert werden. Für Bunt- und Weißglas stehen in Wien über 6.800 Altglasbehälter zur Sammlung zur Verfügung, jährlich werden in Wien ca. 28.000 Tonnen an Altglas gesammelt. Das Altglas wird in Glasfabriken zur Produktion von neuen Flaschen eingesetzt. In Österreich produzierte Glasverpackungen bestehen zu rund zwei Drittel aus Altglas. Durch diesen Altglasanteil werden bei der Neuproduktion von Glasverpackungen rund 20 % an Energie und 46 % an CO2-Emissionen eingespart. Was viele nicht wissen: Selbst leicht eingefärbtes Weißglas gehört zu Buntglas. Die sortenreine Trennung bei der Sammlung in Bunt- und Weißglas ist aufgrund der strengen Qualitätsanforderungen der Verwertungsindustrie immens wichtig. Schon kleine Mengen an Buntglasflaschen können die Farbqualität von recycliertem Weißglas empfindlich stören. Werden derartige Verunreinigungen vom Sammelpersonal entdeckt, wird der jeweilige Behälterinhalt im Sammelbehälter zum Buntglas gekippt, da dies weniger Schaden anrichtet als umgekehrt.

Mythos 5: "Altmetall sammeln ist sinnlos, denn das wird ohnehin aus dem Restmüll aussortiert."

Stimmt nicht! Das Trennen von Metallen ist sehr wichtig. Der Restmüll in Wien gelangt in die Verbrennung, bei der saubere Energie und wohlige Wärme entstehen. Metalle - insbesondere Aluminium -verursachen in den Verbrennungsanlagen langfristig kostspielige Schäden. Aus den Rückständen (Schlacken) der Müllverbrennung werden zwar Eisen und Buntmetall heraussortiert, die Qualität dieser Metalle ist jedoch durch den Verbrennungsvorgang deutlich schlechter als bereits im Vorhinein getrennt erfasstes Material. Eine Aussortierung nach der Behandlung kann daher die getrennte Sammlung nicht ersetzen.

An Altmetallen werden in Wien jährlich rund 15.000 Tonnen gesammelt. Aus dieser Menge könnte man ca. 65 Wiener Riesenräder bzw. 1,6 Mio. Fahrräder herstellen. Zum Wiederaufschmelzen von Aluminium als Sekundärrohstoff verbraucht man nur etwa 5 % der Energie, die man zur Herstellung der gleichen Menge Hüttenmaterials zur Produktion von neuen Metallprodukten benötigt. In Wien stehen über 6.200 Behälter für die Altmetallsammlung zur Verfügung.

Online-Stadtplan und 48er-App weisen Weg zur nächsten Sammelstelle

Alle Infos zu den 48er-Entsorgungseinrichtungen gibt es im Online-Stadtplan (www.wien.gv.at/stadtplan) der Stadt Wien: Einfach im Karteninhalt "Saubere Stadt" die jeweilige Entsorgungseinrichtung anklicken. Nach Eingabe der Adresse erscheinen sofort die nächsten Sammelstellen im Umkreis des Wohnorts. "Die 48er" App - mit mittlerweile 16.400 NutzerInnen - bietet eine weitere Möglichkeit, ganz bequem mit wenigen Handgriffen den nächsten Entsorgungsort zu finden: Hier werden die öffentlichen Sammelstellen im Menüpunkt "Stadtplan" über die jeweiligen Filter im Stadtplan angezeigt.

o www.abfall.wien.at
o www.ara.at

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder

Rückfragen & Kontakt:

Anita Voraberger
Mediensprecherin StRin Ulli Sima
Telefon: 01 4000-81353
E-Mail: anita.voraberger@wien.gv.at

Christian Mayer
Altstoff Recycling Austria AG
Tel.: 01.599 97-320
E-Mail: christian.mayer@ara.at

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