AK: Knappes Bildungsbudget für gleiche Lernchancen und Ausbau der Fachhochschulen einsetzen

Diskussionsveranstaltung mit Wirtschaftsexperten: Bildungssystem braucht Geld für soziale Schulfinanzierung

Wien (OTS/AK) - Der Qualifikationsbedarf steigt in Österreich in allen Berufen und Tätigkeiten, und trotz knapper Budgets muss weiter in Bildung investiert werden. Darum geht es heute in Wien bei der AK Veranstaltung "Qualifikationsbedarf der Zukunft". Für Karl Aiginger, Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts, soll bei der Bildung der Schwerpunkt auf die Schuleingangsphase gelegt werden, und die Mittel für die Schulen sollen nach der sozialen Lage der SchülerInnen verteilt werden. Christian Keuschnigg, bis vor Kurzem Leiter des Instituts für Höhere Studien, verweist darauf, dass Bildungsausgaben das Wachstum der Sozialausgaben bremsen. Melitta Aschauer, Leiterin des AK Wien-Bereichs Bildung, fordert die Konzentration darauf, die Zahl der "RisikoschülerInnen" zu senken, die Gefahr laufen, den Pflichtschulabschluss nicht zu schaffen. Zudem müssten vorrangig die Fachhochschulen ausgebaut werden.

Im Jahr 2020 werden rund drei Viertel der Arbeitskräfte in Österreich im Dienstleistungssektor beschäftigt sein, ergibt eine Studie von IHS und Wifo, die zu Beginn der Veranstaltung präsentiert wird. Gleichzeitig steigt der Qualifikationsbedarf in allen Berufen und Tätigkeiten. Vor allem werden in Zukunft vermehrt HochschulabsolventInnen für wissensintensive Dienstleistungsbranchen wie Softwareentwicklung, Management und Gesundheitswesen gebraucht.

Entsprechend müsse in die Bildung investiert werden, sagt Karl Aiginger. Er sieht als Probleme die Bildungsvererbung, das schlechte Abschneiden des österreichischen Schulystems bei Lesetests und den "Mismatch" der Qualifikationen, dass also laut Studie 22 Prozent der Erwerbstätigen unter ihrem Bildungsniveau beschäftigt sind. Aiginger würde bei der Bildung schwerpunktmäßig in die Schuleingangspase investieren und plädiert für eine indexbasierte Steuerung der Mittelverteilung an die Schulen nach sozialen Kriterien.

Für Christian Keuschnigg baut Bildung auf allen Stufen Risiken wie Arbeitslosigkeit ab. Auf diesem Weg würden Bildungsausgaben das Wachstum der Sozialausgaben bremsen. Beim Abbau der Staatsschuld gelte es, die investiven Ausgaben zu erhalten. Bei Ausgaben für Bildung und Forschung erfordere das allerdings einen langen Atem.

Melitta Aschauer verlangt vorrangig mehr Mittel, damit weniger SchülerInnen Gefahr laufen, die Pflichtschule nicht zu schaffen. Derzeit gilt ein Drittel der SchülerInnen als "RisikoschülerIn". "Wenn der Qualifikationsbedarf in allen Berufen und Tätigkeiten steigt, müssen alle zumindest einen positiven Pflichtschulabschluss erreichen können", sagt Aschauer. Sie fordert wie Aiginger die soziale Schulfininanzierung: "Schulen sollen mehr Mittel bekommen, je mehr sozial benachteiligte SchülerInnen sie haben." Zudem müssten dringend die Fachhochschulen ausgebaut werden.

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Peter Mitterhuber
Tel.: (+43-1) 501 65-2347
peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0002