Neues Volksblatt: "Beitrag" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 14. Jänner 2015

Linz (OTS) - Es ist eigentlich ein Relikt aus der NS-Zeit, damals wurde die Finanzierung der Kirchen durch den Kirchenbeitrag festgelegt. Und seit damals ist auch das Austreten aus der Kirche Thema. Im Vorjahr gab es keine Skandale und mit Papst Franziskus sogar einen sympathischen Frontmann, trotzdem beschlossen bundesweit 54.939 Menschen, nicht mehr für die Kirche einen Beitrag leisten zu wollen.
Es ist ein Dilemma, in dem sich die katholische Kirche bei uns befindet. Einerseits ist sie staatstragend, unser Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystem würde ohne kirchliche Mithilfe derzeit nicht funktionieren. Andererseits ist unser Alltag immer mehr säkularisiert. Der Sonntag ist zum Ausschlafen da und nicht der "Tag des Herrn", den Kirchgang gibt man sich nur mehr zu Weihnachten für die Oma. Die Bereitschaft, für etwas zu zahlen, das man eh nicht nutzt, sinkt daher.
Die Terroranschläge in Frankreich haben aber gezeigt, dass Religion eben doch nicht nur Privatsache ist. Die Kirchen und Religionsgemeinschaften haben auch eine fundamentale Verantwortung für unsere Gesellschaft - die gemeinsame Erklärung der Religionsgemeinschaften ist ein Zeichen dafür, dass man auch bereit ist, diese zu übernehmen. Vielleicht hilft dieses aktive Bekenntnis mit, dass auch wieder mehr Menschen bereit sind, dass sie dazu etwas beitragen wollen und der Kirchenbeitrag kein Einsparungsposten im Privatbudget wird.

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