Schulterschluss von Staat und Religionen gegen Terrorismus

Bundespräsident Fischer stellt gemeinsame Erklärung mit Religionsvertretern vor - Schönborn mahnt Respekt vor dem ein, "was anderen heilig ist", und erinnert an antisemitische Karikaturen in NS-Zeit

Wien, 13.1.2015 (KAP) Zu einem Schulterschluss von hohen Vertretern der Republik Österreich und der hier anerkannten Religionsgemeinschaften gegen Terrorismus ist es am Dienstag in der Wiener Hofburg gekommen. "Werte und Prinzipien, die über Jahrhunderte hinweg erarbeitet und entwickelt wurden, wie Menschenwürde, Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, kann der Fanatismus irregeleiteter Menschen auch mit Gewalt und Terror nicht aus der Welt schaffen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die Bundespräsident Heinz Fischer in der Präsidentschaftskanzlei vorstellte.

Vorausgegangen war ein Treffen Fischers mit Kardinal Christoph Schönborn, IGGiÖ-Präsident Fuad Sanac, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, Bischof Michael Bünker, Superintendent Lothar Pöll sowie Bischofsvikar Iaonnis Nikolitsis. Dazu stießen die Minister Sebastian Kurz und Josef Ostermayer.

Ergebnis war neben dem gemeinsamen Bekenntnis zu Menschenrechten und demokratischen Werten die "Abscheu" über die terroristischen Verbrechen und die Solidarität mit den Opfern, die unterschiedlichen Religionen angehören, und deren Angehörigen. das verlange eine "brüderliche Zusammenarbeit" der abrahamitischen Religionen, denn - wie es in der gemeinsamen Erklärung heißt -"Bibel, Tora und Koran sind Bücher der Liebe, nicht des Hasses".

Kardinal Schönborn unterstrich das nach wie vor gute Verhältnis unter den Religionsgemeinschaften in Österreich und Schönborn mahnte Respekt vor dem ein, "was anderen heilig ist". Jede Form von Gewalt als Antwort auf Beleidigungen der Religion seien abzulehnen, der Rechtsstaat stelle dafür geeignete und ausreichende juridische Mittel zur Verfügung. Der Kardinal erinnerte zugleich an die hetzerischen antisemitischen Karikaturen in der NS-Zeit, auf die staatliche Behörden damals mit "hämischem Einverständnis" reagiert hätten. Dieser Blick in die Geschichte sollte auch heute "nachdenklich machen", wenn es um das Ausreizen künstlerischer Freiheit geht, mahnte Schönborn.

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