Juraczka ad Heinisch-Hosek: Keine Jihadisten an Wiener Schulen

Politische Bildung als eigenes Unterrichtsfach "Gebot der Stunde"

Wien (OTS) - Kritisch äußerte sich heute der Landesparteiobmann der ÖVP Wien, Manfred Juraczka, zu gestrigen Aussagen von Bildungsministerin Heinisch-Hosek im Ö1-Mittagsjournal, wonach sie darüber nachdenke, junge Jihad-Rückkehrer in Schulen einzuladen, damit diese dort von ihren "Terrorcamp-Erfahrungen" berichten könnten. "Das kann wohl nur ein äußerst übler Scherz sein", so Juraczka. "Kein Unterrichtsfach Politische Bildung, aber Plauderstunden mit Jihadisten organisieren - das ist wahrlich nicht unser Verständnis von einer umfassenden Bildung", so Juraczka. "Wir wollen all jenen freundschaftlich die Hand entgegenstrecken, die unsere Grund- und Verfassungswerte akzeptieren und danach leben wollen. Wer nicht dazu bereit ist, kann nicht Teil unseres liberalen, demokratischen Rechtsstaates sein und schon gar nicht in unseren Schulen Therapiestunden nehmen", so Juraczka.

Dagegen sei es ein "Gebot der Stunde" Politische Bildung als eigenständiges, verpflichtendes Unterrichtsfach einzuführen - wie heute auch von Außenminister Sebastian Kurz im Ö1-Morgenjournal vorgeschlagen. Derzeit werde Politische Bildung an den meisten Schulen lediglich als fächerübergreifendes Unterrichtsprinzip angeboten. "Politische Bildung darf aber nicht länger als Nebensache behandelt werden. Politische Bildung 'light' ist nicht die Lösung", so Juraczka auch in Richtung Heinisch-Hosek.

Die jüngsten Ereignisse in Paris hätten gezeigt, dass die Integration in das westliche, pluralistische Lebensmodell in vielen Fällen nicht funktioniere. "Deshalb ist das Bildungssystem massiv gefordert. Es kann nicht sein, dass wir es nicht schaffen, unseren Kindern die Grundwerte unserer Gesellschaft zu transportieren. Sie sind die Basis für ein friedliches und funktionierendes Zusammenleben", so Juraczka. Mit einem eigenen Unterrichtsfach würde auch eine Diskussionsplattform geschaffen, die Platz für kritische und sachliche Auseinandersetzung bietet. "Wir dürfen jetzt nicht länger die Hände in den Schoss legen, sondern müssen endlich Nägel mit Köpfen machen", so Juraczka abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien
Tel.: Tel.: (+43-1) 4000 /81 913
presse.klub@oevp-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPR0003