Neues Volksblatt: "Bleiberecht" von Markus EBERT

Ausgabe vom 13. Jänner 2014

Linz (OTS) - Natürlich kann man über die beiden 16 und 17 Jahre alten Mädchen, die sich Kämpfern des Islamischen Staates als Ehegattinen angeboten haben, nur den Kopf schütteln. Gleichzeitig ist es wohl mehr als ein Alarmzeichen, wenn in Österreich lebende Minderjährige Kontakte zu Dschihadisten in Syrien haben. Denn eines wird damit ganz offensichtlich: Nicht jeder, der in Österreich lebt, ist auch in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung dieses Landes angekommen. Und man kann es auch drehen und wenden, wie man will: Geht man diesbezüglich den Ursachen auf den Grund, kommt man am religiösen Aspekt nicht vorbei. Darüber wird wohl beim heutigen Gedankenaustausch des Bundespräsidenten mit den Vertretern der Religionsgemeinschaften auch zu reden sein.
Unmissverständlich hat das der Religionsforscher Paul Zulehner formuliert: Der Islam brauche einen "inneren Läuterungsprozess", um verlorenen Kredit wiederzugewinnen. Es müsse eine theologische Sondierung Platz greifen, wo gewaltförmige Elemente den Islam durchdringen und wie diese Religion davon gereinigt werden könne, so Zulehner. Anders gesagt: Es muss im ureigensten Interesse der in Österreich lebenden Muslime sein, den Makel des religiös begründbaren terroristischen Generalverdachts argumentativ zu entkräften. Sympathisanten mit dem IS-Terror oder anderen Mörderbanden haben jedenfalls in diesem Land kein Bleiberecht.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001