Kapellari: Gott suchen in Zeit großer Umbrüche

Grazer Bischof bei Pastoraltagung: Kirche birgt trotz "teilweise zerstörerischer, aber in manchem auch läuternder" Spannungen in vergangenen Jahren "Millionen von Lebenskeimen" in sich

Salzburg, 12.1.2015 (KAP) In einer Zeit großer Umbrüche, aber auch Aufbrüche mit vielen Suchbewegungen, geht es um ein vertieftes Suchen nach Gott und Jesus Christus sowie um ein vertieftes Suchen und Sorgen um den Menschen. Das hat der Grazer Bischof Egon Kapellari bei der am Wochenende zu Ende gegangenen Pastoraltagung in Salzburg betont, die drei Tage lang das Thema "Christlich leben in der Welt von heute" beleuchtete. Die heutige Gesellschaft sei besonders herausgefordert durch die großen Fragen "Was bleibt?" und "Was kommt?", so Kapellari in seiner Predigt. "Utopien sind verbraucht, Pragmatismus ist angesagt. Weithin fehlen schlüssige Rezepte für den weiteren Weg oder sie sind kontrovers."

Das betreffe auch die Kirche, die derzeit um neue Seelsorgestrukturen ringt. Der Zeit adäquat gestaltete Strukturen "können nicht spiritualistisch einfach ignoriert oder übersprungen werden", auch wenn es letztlich um die fundamentalere Suche nach Gott gehe, sagte der Bischof.

In den vergangenen Jahren sei "das Miteinander in der katholischen Kirche Österreichs aus bekannten Gründen immer wieder beeinträchtigt" gewesen, blickte Österreichs längstdienender Bischof, der am 12. Jänner 79 geworden ist, zurück. Die damit verbundenen Leiden seien "teilweise zerstörerisch, aber in manchem auch läuternd" gewesen. Er hoffe, dass dieser Schmerz "nicht vergeblich gewesen ist" und dass die Kirche in Zukunft das Miteinander in ihren eigenen Reihen "und damit verbunden auch in der Zivilgesellschaft", in der viel Nebeneinander, Gegeneinander und Durcheinander herrsche, stärken kann.

Die Kirche stehe in der Spannung zwischen Breite und Tiefe, zwischen Heiligkeit und Sünde, zwischen Stärke und Schwäche, erklärte Kapellari. "Sie bewegt sich, aber sie kann nicht galoppieren." Jedenfalls habe die Kirche "Millionen von Lebenskeimen" in sich und sei trotz aller Umbrüche zahlenmäßig die größte Gemeinschaft in Österreich.

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