Schönborn: "Gewalt im Namen Gottes ist größte Blasphemie"

Kardinal Christoph Schönborn: Initiative "Gemeinsam gegen Terror" ist Dauerauftrag für Politik, Kirchen, Religionen und ganze Gesellschaft

Wien, 11.1.2015 (KAP) "Gewalt im Namen Gottes ist für Gläubige gleich welcher Religion die größte Blasphemie." Das betonte Kardinal Christoph Schönborn im Blick auf die Pariser Terror-Opfer und die täglichen Schreckensmeldungen über die vom IS-Terror betroffenen Menschen des Nahen Ostens. Man könne als Staatsbürger und Christ nur dankbar dafür sein, dass es in Österreich eine breite Allianz "Gemeinsam gegen den Terror" gebe, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz unter Verweis auf die Gedenkveranstaltung am Ballhausplatz am Sonntagnachmittag. "Die Überwindung von Terror und Gewalt kann nur dann gelingen, wenn sich alle Menschen guten Willens für ein Zusammenleben in Gerechtigkeit und Frieden sowie bedingungslos für Menschenrechte und Religionsfreiheit einsetzen", sagte der Kardinal gegenüber "Kathpress" und sprach dabei von einem "Dauerauftrag für Politik, Kirchen, Religionen und die ganze Gesellschaft".

"Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren", das zweite der zehn Gebote gelte nicht nur für Juden und Christen, sondern sinngemäß für jeden religiösen Menschen, führte der Wiener Erzbischof weiter aus. Dies zeige sich nicht nur in der Weise, "wie wir von und über Gott reden, sondern vor allem darin, wie gläubige Menschen ihr Leben im Angesicht Gottes führen". Christen, Juden und Muslime verbindet der Wunsch und die Pflicht zu einem "gottgefälligen Leben", das sich im Einsatz für Frieden, für das Leben und in gelebter Barmherzigkeit zeige. "Als Christen stehen wir nicht nur heute, sondern immer auf Seite der Opfer und der Verfolgten und müssen ihnen konkret helfen", sagte der Kardinal. Dazu gehöre "das inständige Gebet für die Opfer und ihre Angehörige, aber auch für die Täter, dass sie von ihren Untaten lassen und wieder zum Guten zurückfinden".

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(forts. mgl.) pwu//

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