Kärntner Futtermittel-Gipfel: Koordinierter Austausch von mit HCB belastetem Futter im Görtschitztal startet morgen

LH Kaiser und LR Benger: Maschinenring und Kärntner Frächter übernehmen Abtransport - Wichtiger Schritt für Neustart im Görtschitztal

Klagenfurt (OTS/LPD) - Morgen, Freitag, beginnen 60 Mitarbeiter des Maschinenringes in Zusammenarbeit mit Kärntner Frächtern damit, mit HCB belastete Futtermittel bei Görtschitztaler Bauern abzutransportieren. Das teilten Landeshauptmann Peter Kaiser und Agrarlandesrat Christian Benger heute, Donnerstag, nach dem HCB-Futtermittelgipfel des Landes mit. An diesem haben auch Vertreter von Landesabteilungen, Bundesheer, Landwirtschaftskammer, Maschinenring sowie w&p teilgenommen. Alle Teilnehmer haben sich zum dringend notwendigen Neustart im Görtschitztal bekannt, der Futtermittelaustausch sei ein wichtiger Schritt dafür.

"Wir wollen den Bauern des Tales schnell helfen", betonte der Landeshauptmann, der von einem sehr positiven Gipfelgespräch berichtete. Man transportiere nicht nur über dem Grenzwert liegende Futtermittel ab, sondern auch im "gelben Bereich" liegende, also unter dem Grenzwert mit HCB kontaminierte. "Nur saubere Futtermittel garantieren nämlich saubere, gesunde Lebensmittel", erklärte Kaiser. Beim über dem Grenzwert belasteten Futtermittel würden die Kosten von w&p getragen, um den Austausch des restlichen Futtermittels bestreiten zu können, habe man den Hilfsfonds des Landes entsprechend aufgestockt. Der Beschluss dazu solle in der nächsten Regierungssitzung erfolgen. Die Kostenabrechnung erfolge über die Landwirtschaftskammer.

"Wir müssen rasch helfen und schnell für den koordinierten Futtermittelaustausch sorgen, damit ebenso schnell ein Neustart für das Görtschitztal und die Lebensmittelproduktion erfolgen kann", sagte auch Benger. "Wir müssen dieses kontaminierte Heu zum Teil händisch aus den Tennen heraus schaufeln. Dafür brauchen wir Hilfe, die nun von Seiten des Maschinenringes zugesagt wurde", sagte der Agrarlandesrat. Er teilte zudem mit, dass von der Bezirkshauptmannschaft eine rasche Abwicklung der Verfahren zugesagt wurde, damit das HCB-Futter in einem entsprechenden Depot zwischengelagert werden könne, bevor es fachgerecht entsorgt werde. Auch Benger wies darauf hin, dass auf Empfehlungen aller Experten auf Bundes- und Landesebene auch unter dem Grenzwert mit HCB belastetes Futtermittel ausgetauscht werde. "Nur diese radikale Vorgangsweise gibt den Konsumenten Sicherheit und garantiert die bäuerlichen Existenzen", betonte er.

Wie beim Gipfel bekanntgegeben wurde, seien bis dato von 1.700 Futtermittelproben 700 ausgewertet. Der Großteil der Proben liege über dem Grenzwert. In Summe seien 20.000 Tonnen auszutauschen, wie laut Benger nach den Feiertagen bekannt wurde. 3.500 Tonnen davon seien lose, also nicht in Ballen gebunden, sie müssten händisch verbracht werden. Die Zwischenlagerung des Futtermittels erfolge bei w&p, bis man eine Lösung gefunden habe es, entsprechend und kostengünstig zu entsorgen. Wie Kaiser betonte, seien die mit dem Futtermittel-Abtransport beauftragten Mitarbeiter des Maschinenringes Profis mit dem notwendigen Know-how und würden auch die Örtlichkeiten kennen. Die eingesetzten Frächter seien hauptsächlich im Holzbringungsbereich tätig und daher ebenso mit dem bergigen Gelände vertraut. Wichtig sei es, dass noch vor den Straßensperren Ende Jänner die Futtermittel abtransportiert werden können. Bei Tauwetter gelte nämlich ein Fahrverbot für LKW auf den Gemeindestraßen, wie Kaiser und Benger erklärten.

Das Bundesheer wird, wie kurz angedacht, nicht in den Futtermittelabtransport einbezogen. Wie Oberst Georg Rosenzopf beim Gipfel erklärte, wäre dies auch aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht möglich. Für einen Assistenzeinsatz müsste nämlich Gefahr im Verzug bestehen, eine Unterstützungsleistung wäre zu bezahlen und erfordere außerdem ein überwiegend militärisches Interesse.
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