JW-Rohrmair-Lewis fordert Durchbrechen der Negativspirale

JW-Konjunkturbarometer offenbart negative Wirtschaftsaussichten unter Österreichs Jungunternehmern - Bessere Rahmenbedingungen von der Bundesregierung gefordert

Wien (OTS/PWK009) - Die aktuelle Umfrage des market-Instituts
unter 958 Jungunternehmern im Auftrag der Jungen Wirtschaft (JW) zeigt eine Verstärkung von Negativtrends. Das betrifft sowohl die wirtschaftliche Grundstimmung als auch Fragen zur eigenen Ertragslage und Investitionstätigkeiten. "Die Stimmung unter unseren Jungunternehmern ist nach wie vor gedämpft. Denn in Österreich herrscht seit geraumer Zeit Instabilität, Reformlähmung und politischer Stillstand. Trotz pessimistischer Grundstimmung sind die heimischen Jungunternehmer jene, die den Karren aus dem Dreck ziehen können, da sie enormes Beschäftigungs- und Innovationspotenzial in sich bergen. Dafür müssen aber endlich die Rahmenbedingungen an die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts angepasst werden. Dann können wir es angehen", kommentiert Herbert Rohrmair-Lewis, Bundesvorsitzender der JW, die aktuellen Ergebnisse des Konjunkturbarometers.

Pessimistische Erwartungen der Jungunternehmer

Allgemein ist die Stimmungslage der heimischen Jungunternehmer gedämpft und von Ungewissheit geprägt. 46 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den nächsten zwölf Monaten (Juni 2014: 37 Prozent). Hier gab es mit einem Plus von 9 Prozent den größten Anstieg im Vergleich zur letzten Umfrage. 40 Prozent erwarten eine gleichbleibende Situation und äußern sich somit weder optimistisch noch pessimistisch. Nur noch 12 Prozent rechnen mit einer Verbesserung der Wirtschaftslage, was den niedrigsten Wert seit Dezember 2011 darstellt.

Bescheidene Investitionstätigkeit mit geringer Aussicht auf Gewinne

Bei der Investitionstätigkeit zeigt sich deutlich, dass Jungunternehmer sehr vorsichtig sind und Investitionen genau hinterfragen. 37 Prozent der Befragten werden ihre Investitionen senken und nur mehr 20 Prozent wollen ihre Investitionen steigern. Ihre Ertragslage stufen Jungunternehmer am Ende des Jahres zwar marginal besser ein als noch im Sommer 2014, jedoch zeigt der Langzeitvergleich einen kontinuierlichen Negativtrend. Seit Juni 2011 stieg der Wert jener, die mit einer Verschlechterung rechnen, von 22 auf 33 Prozent. Nur 25 Prozent erwarten aktuell eine Verbesserung ihrer Ertragslage.

Schwierige Kostensituation erschwert die Neuanstellung von Mitarbeitern

Damit einher geht eine angespannte Kostensituation. 37 Prozent der Befragten geben an, dass sich ihre Kostensituation verschlechtern wird, nur 14 Prozent glauben an eine Besserung in den kommenden Monaten. "Jungunternehmer haben enormes Potential für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, allerdings nur, wenn die Rahmenbedingungen passen. Das tun sie aber nicht", bringt Rohrmair-Lewis die Lage auf den Punkt. So plant nur rund ein Viertel der Befragten in den kommenden sechs bis zwölf Monaten einen neuen Mitarbeiter einzustellen. Dagegen können sich knapp Dreiviertel der Befragten derzeit nicht vorstellen, neue Jobs in ihrem Unternehmen zu schaffen.

'Partner-Staat statt Vater-Staat'

"Jungunternehmer brauchen keinen 'Vater Staat', sondern vielmehr einen 'Partner Staat', der unternehmerische Entfaltung ermöglicht und nur dann eingreift, wenn es notwendig ist", so Rohrmair-Lewis. "Wir fordern eine Abschaffung der Pflichtveröffentlichung in der Wiener Zeitung zugunsten einer Online-Veröffentlichung. Die Notariatsaktpflicht - ein Relikt aus der Steinzeit - muss ebenso beseitigt werden. Zudem muss es Jungunternehmern möglich sein, neue Mitarbeiter einzustellen, wenn sie diese brauchen. Darum sollen die Lohnnebenkosten gesenkt und für den ersten Mitarbeiter im ersten Jahr komplett entfallen", nennt der JW-Bundesvorsitzende die dringlichsten Schritte eines Bürokratieabbaus.

An Reformen führt kein logischer Weg vorbei

Die heimischen Jungunternehmer warten noch immer auf die im Regierungsprogramm 2013 versprochene Verbesserung der Rahmenbedingungen für Crowdfunding. Umso mehr begrüßt man die Ankündigung von Wirtschaftsminister und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, rasch einen Begutachtungsentwurf vorzulegen. Die JW fordert in diesem Zusammenhang die Anhebung der Prospektpflicht auf fünf Millionen Euro sowie eine Änderung des Einlagenbegriffs im Bankwesen-Gesetz. Außerdem soll ein Business Angel-Freibetrag von mindestens 50.000 Euro eingeführt werden.

Eine weitere zentrale Forderung der Jungen Wirtschaft betrifft das Thema Pensionen. "Die JW ist Vertreter der jungen Generation in Österreich. Seit Jahren setzen wir uns für eine nachhaltige und faire Pensionsreform ein und sind zum Teil fassungslos, wie schwerfällig sich die Mühlen bei diesem Thema drehen. Das österreichische Pensionsantrittsalter muss endlich an die demografische Realität angepasst werden", so Rohrmair-Lewis. Neben der Angleichung des faktischen an das gesetzliche Pensionsantrittsalters fordert die JW ein Anreiz-System für einen längeren Verbleib im Arbeitsprozess sowie eine Automatik bei der Pensionserhöhung. (ES)

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