GPA-djp fordert klarere Spielregeln für den Online-Handel

Parlamentarische Enquete notwendig, um Gleichstellung mit österreichischen Unternehmen voranzutreiben

Wien (OTS) - "Onlinehändler mit Firmensitz im Ausland haben einen Wettbewerbsvorteil, der es österreichischen Unternehmen sehr schwer macht, mitzuhalten", erklärt Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) am Beispiel von Amazon. Abgesehen von der fragwürdigen Bezahlung der Beschäftigten und den Arbeitsbedingungen, gegen die sich die Betroffenen in Deutschland seit Monaten mit Streiks zur Wehr setzen, gebe es auch dringenden Handlungsbedarf in Österreich, z. B. bei den Umweltstandards, so Proyer weiter:
Ausländische Onlinehändler müssen derzeit keine Abgaben für die Verschrottung von Altgeräten zahlen. ++++

"Das bedeutet, dass der österreichische Elektrohandel und letztendlich die österreichischen KonsumentInnen sämtliche Kosten übernimmt, die KundInnen ausländischer Versandfirmen bei der Abgabe von Elektrogeräten verursachen. Kauft man aber eine Waschmaschine bei einem österreichischen Händler, so ist dieser verpflichtet, auch die alte, bei Amazon oder einem anderen Onlinehändler gekaufte Waschmaschine zurückzunehmen und für die Entsorgung zu sorgen." Außerdem zahlen ausländische Online-Konzerne offenbar keine Verpackungsabgabe. Die Frage der fragwürdigen Besteuerung erweitert sich, wenn es um virtuelle Käufe wie bei Computerspielen oder Musikdateien geht. Die Mehrwertsteuer-Sätze sind hier von der Lieferadresse abhängig.

Die Dimension dieser Herausforderung lässt sich auch an der Zunahme des Online-Handels erkennen: Laut KMU-Forschung Austria haben österreichische KonsumentInnen im Jahr 2006 rund 1,5 Milliarden Euro für Einkäufe im Internet ausgegeben. Dieser Umsatz, der zur Hälfte ins Ausland fließt, steigerte sich auf 5,9 Milliarden Euro im Jahr 2013.

"Unser Ziel kann es deswegen nur sein, eine faire Gleichstellung von in- und ausländischen Unternehmen sowie eine europäische Vereinfachung des 'Verordnungsdschungels' zu erreichen", so GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian: "Ich werde mich für eine parlamentarische Enquete, die die Diskussion nach dem fairen Wettbewerb belebt und neue Lösungen vorschlägt, einsetzen."

"Es gehe auch darum, den Konflikt mit Amazon zu europäisieren, indem faire Spielregeln erarbeitet werden, so Proyer und Katzian abschließend: "Unternehmen mit vielen KundInnen in Österreich sollen einen Standort, also eine ordentliche Unternehmensadresse in Österreich haben und nicht nur ein Postkastl."

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