Spitäler: Marktkonforme Grundgehälter für Ärzte gefordert

Ärztekammer: Rasche Lösung für 12.000 betroffene Ärzte finden

Wien (OTS) - Seit 1. Jänner 2015 ist die Novellierung des Krankenanstalten-Arbeitszeitengesetz (KA-AZG) in den heimischen Spitälern umzusetzen. Das bedeutet, dass Spitalsärztinnen und -ärzte nur noch 40 Stunden plus acht Überstunden wöchentlich im Dienst sein dürfen, sofern keine anderslautenden Betriebsvereinbarungen bestehen. Vor diesem Hintergrund weist die Bundeskurie Angestellte Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) darauf hin, dass die Situation für knapp 12.000 Spitalsärztinnen und -ärzte noch immer völlig ungeklärt sei. Das sei unzumutbar, betonte Kurienobmann und ÖÄK-Vizepräsident Harald Mayer am Donnerstag in einer Aussendung.

"Die Kolleginnen und Kollegen sind verunsichert und vor den Kopf gestoßen", so Mayer. Die Politik sei aufgefordert, endlich zu handeln und so rasch wie möglich akzeptable Lösungen zu finden. Nur so könne die kontinuierliche Versorgung in den Spitälern gewährleistet und gleichzeitig die anhaltende Ärzteflucht eingedämmt werden.

"Es geht uns in erster Linie um marktkonforme Grundgehälter. Am Personal zu sparen, ist grundverkehrt. Bei Rationalisierungsbedarf sind zu allererst strukturelle Maßnahmen einzuleiten anstatt den Rotstift bei der Ärzteschaft anzusetzen", so Mayer. Die Politik sei für eine optimale Gesundheitsversorgung verantwortlich und sie werde sich vor dieser Verantwortung nicht drücken können.

Dass es möglich sei, vernünftige Lösungen zu erarbeiten, habe die Steiermark gezeigt, wo im Vorjahr gemeinsam mit der Landesärztekammer ein gutes Modell verhandelt worden sei. "Hier werden nicht nur die Grundgehälter angehoben, sondern gleich mehrere Probleme mit in Angriff genommen, etwa die Entlastung der Ärzteschaft von überbordenden Verwaltungs- und Dokumentationsaufgaben oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie", so Mayer.

Andere Bundesländer würden noch hinterher hinken. "In Oberösterreich, Kärnten, Wien und Tirol ist noch alles offen. Auch an den drei Medizinischen Universitäten in Wien, Graz und Innsbruck sind Verhandlungen noch im Gange oder wurden noch gar nicht aufgenommen", erklärte der Kurienobmann. Diese Situation sei für die insgesamt knapp 12.000 betroffenen Ärztinnen und Ärzte sehr belastend und bedürfe einer raschen Klärung, forderte Mayer abschließend. (slv)

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