Bundesforste: 500.000 Bäume verstärken grünen Schutzwall gegen Lawinen

500.000 Jungbäume in Schutzwäldern neu gepflanzt – Mehr als 80 Schutzwald-Projekte österreichweit - 150.000 Hektar ÖBf-Wälder schützen Siedlungen und Infrastruktur

Wien/Purkersdorf (OTS) - Die Wetterverhältnisse der letzten Tage haben das Lawinenrisiko vielerorts wieder kritisch steigen lassen. Intakte Schutzwälder bieten einen natürlichen Schutz vor Lawinen und bewahren Siedlungen und Infrastruktur wie Straßen, Bahntrassen oder Leitungen vor der Wucht der Schneemassen. "Aktuell betreuen wir 84 Schutzwald-Projekte in ganz Österreich", betont Georg Erlacher, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste (ÖBf), die Bedeutung der Schutzwälder. "Intakte Schutzwälder können das Risiko von Lawinen deutlich verringern. Sie beugen der Bildung geschlossener Schneedecken vor, die dann als Lawinen zu Tal donnern können. Für die Besiedelung und Erschließung alpiner Regionen ist diese Funktion unerlässlich. Auch wären viele Skigebiete ohne Schutzwälder undenkbar", sagt Erlacher. Das größte Schutzwaldprojekt der Bundesforste läuft derzeit im Salzburger Kaprunertal, 30 weitere in den Alpentälern Tirols wie dem Zillertal, Brixtental oder bei Ischgl. Aber auch die Flächen entlang der Tauernautobahn etwa das Nordportal oberhalb des Katschbergtunnels im Lungau werden laufend gesichert und wiederbewaldet.

Rund 500.000 Jungbäume für grünen Schutzwall

Allein im letzten Jahr haben die Bundesforste über eine halbe Million Jungbäume nur in Schutzwäldern gepflanzt und Waldpflegemaßnahmen durchgeführt. Der Schwerpunkt lag in Salzburg, Tirol, Oberösterreich und der Steiermark. "Durch Wetterextreme und klimatische Veränderungen ist auch der Schutzwald im alpinen Raum verstärkt den Kräften der Natur ausgesetzt", erklärt Erlacher. "So beobachten wir, dass Waldschädlinge wie der Borkenkäfer, bedingt durch die wärmeren Temperaturen, in immer höhere Lagen vordringen." Eine kurze Vegetationsperiode im Hochgebirge sowie Wild und Weidevieh machen dem natürlichen Baumnachwuchs zusätzlich zu schaffen. "Wo sich Bäume nicht von selbst verjüngen können, sind gezielte Aufforstungen mit standortangepassten Pflanzen für einen stabilen und funktionsfähigen Schutzwald unerlässlich", sagt Erlacher.

Gepflanzt werden aufgrund der Höhenlange vorwiegend Nadelbäume wie Fichten und Lärchen, aber auch Zirben oder Tannen. In Lawinen gefährdeten Gebieten sind es vor allem die dicht wachsenden Fichten, die in ihren Kronen große Mengen Schnee auffangen können. Lärchen wiederum gelten mit ihren tief reichenden Wurzelsystemen als besonders standfest und steinschlagresistent.

Mehr als 80 Projekte in ganz Österreich

Österreichweit werden von den Bundesforsten aktuell 84 Schutzwaldprojekte umgesetzt, die meisten davon in Salzburg (32 Projekte). Das größte Projekt ist die Aufforstung eines Schutzwaldes samt Waldpflege im Kaprunertal. Geschützt werden dabei vor allem die Kitzsteinhornbundesstraße und einige bäuerliche Liegenschaften im Einzugsgebiet. Weitere 30 Projekte laufen in Tirol. In der Steiermark wird der Schutzwald unter anderem oberhalb der Landesstraße zum Skigebiet Niederalpl aufgeforstet und durch Pflegemaßnahmen gestärkt. Umgesetzt werden die Projekte häufig in Kooperation mit Partnern aus Bund, Ländern, Gemeinden oder der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie Straßen- und Eisenbahn-Instandhaltungsgesellschaften. Die Arbeiten im alpinen Gelände zählen zu den schwierigsten in der Forstwirtschaft. "Steile und teils sehr schwer zugängliche Lagen im Hochgebirge machen die Pflege von Schutzwäldern zu einer besonderen Herausforderung. Dennoch gilt ein intakter Schutzwald im Vergleich zu technischen Verbauungen noch immer als effizienteste und günstige Alternative zum Schutz von Siedlungsraum und Infrastruktur", erklärt Erlacher. So betragen die Kosten für die Sanierung eines Schutzwaldes das rund 10fache gegenüber der einfachen Pflege, die Kosten für eine technische Verbauung betragen ein 100faches gegenüber einem intakten Schutzwald.

Überdurchschnittlich hoher Schutzwald-Anteil

Die Bundesforste bewirtschaften österreichweit rund 511.000 Hektar Waldfläche, davon ist etwa ein Drittel Schutzwald. "Mit rund 30 % ist der Anteil vergleichsweise hoch", sagt Erlacher, "der gesamte Schutzwald in Österreich macht rund 19 % aus." Den höchsten Schutzwald-Anteil verzeichnen die Bundesforste in Tirol mit 42.000 Hektar, gefolgt von Salzburg mit 35.000 Hektar. Vor allem entlang stark befahrener Transitrouten, Bahnstrecken oder rund um Skigebiete erfüllen sogenannte Objektschutzwälder ihre wichtige Funktion als natürliches Schild vor Naturgefahren.

Pressefotos unter www.bundesforste.at

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Bundesforste
Andrea Kaltenegger, Unternehmenskommunikation
02231-600-2123
andrea.kaltenegger@bundesforste.at
www.bundesforste.at
www.facebook.com/bundesforste

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OBF0001