AK: Palmers und die Detektive - Firma verliert vor Gericht

Wien (OTS) - Eine Verkäuferin in einer Palmers Filiale musste sich einer Knieoperation unterziehen und war danach einen Monat lang im Krankenstand. Als die Verkäuferin diese Operation beim Arbeitgeber meldete, wurde sie umgehend gekündigt und zwar so, dass ihr Dienst-verhältnis drei Monate vor ihrem 20 jährigen Firmen-Jubiläum endete. Die nachfolgenden Ereignisse spielten sich also in der Kündigungsfrist ab.

Nach der Operation ging sie wieder arbeiten, aber das Knie bereitete ihr immer wieder Probleme. An ihrem freien Tag stürzte sie beim Spielen über ihren Enkel und fiel auf ihr operiertes Knie. Nach dem Unfall ging sie noch zwei Tage arbeiten, aber die Schmerzen waren zu groß. Ihre Ärztin hat sie dann für eine Woche krankgeschrieben. Am zweiten Tag des Krankenstandes schickte ihr die Firma einen Detektiv nach. Dieser beobachtete sie, wie sie mit der U-Bahn einkaufen fuhr, fotografierte sie, wie sie anschließend in ein Cafe ging, um sich mit einer Freundin zu treffen. Als sie wieder in der Arbeit war, wurde sie in die Zentrale gerufen und fristlos entlassen. Ihrer Ärztin bestätigte, dass keineswegs Bettruhe bestand, und dass es sich bei der Verkäuferin um eine Patientin handelt, die oft entgegen dem ärztlichen Rat zur Arbeit ging, weil sie ihre Kolleginnen nicht im Stich las-sen wollte. Das Arbeits- und Sozialgericht hat nun entschieden, dass die Verkäuferin keinen Entlassungsgrund gesetzt hat, die Entlassung somit ungerechtfertigt war. Die AK hat die Verkäuferin vor Gericht vertreten und rund 15.000 Euro für sie herausgeholt. Das Urteil ist rechtskräftig. AK Expertin Karmen Riedl:
"Weder ein Detektiv mit einer Kamera bewaffnet noch der Arbeitgeber kann entscheiden, was eine Arbeitnehmerin, ein Arbeit-nehmer im Krankenstand tun darf und was nicht. Das kann nur ein Arzt."

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