Wintereinbruch in Wien: Caritas und ÖBB starten mit Nachtstreetwork am Hauptbahnhof

Schwertner: „Das Caritas Streetwork ist ab sofort am neuen Hauptbahnhof im Einsatz.“ Das Pilotprojekt wird von den ÖBB finanziert.

Wien (OTS) - Dort, wo schon bald 1.100 Züge Tag für Tag bis zu 145.000 Menschen transportieren werden, ist ab sofort die Caritas für jene im Einsatz, die sich kein Zugticket leisten können. "Gemeinsam mit den ÖBB sind die sozialen Weichen am Hauptbahnhof gestellt. Die Hilfe kommt zum richtigen Zeitpunkt: Klirrende Kälte und der erste Schnee machen obdachlosen Menschen in den letzten Tagen in Wien besonders zu schaffen. Deshalb sind insgesamt sechs Caritas-MitarbeiterInnen ab sofort jeden Abend im und um den Hauptbahnhof im Einsatz. Sie versorgen obdachlose Menschen mit winterfesten Schlafsäcken, warmer Kleidung und informieren über freie Schlafplätze in Notquartieren wie der Gruft", sagt Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien. "Denn klar ist:
Bahnhöfe sind mehr als nur Drehscheiben für PendlerInnen und Reisende: Auch wenn sie sich meist im Zentrum der Städte befinden, sind sie Räume für Menschen am Rand der Gesellschaft. Unser Auftrag lautet, diese Menschen im und um den Bahnhof zu versorgen", so Schwertner. "Wir sind froh und dankbar, dass die ÖBB dieses Pilotprojekt vorerst bis Ende März mitträgt und die Kosten für das Nachtstreetwork übernimmt. Denn aus unserer täglichen Arbeit wissen wir: Die kommenden Monate sind für Menschen ohne Dach über dem Kopf die härteste Zeit des Jahres." Die StreetworkerInnen sind seit Weihnachten jeden Abend von 20 Uhr bis 1 Uhr Früh im Einsatz.

Christian Kern, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG: "Wir freuen uns, die Kooperation mit der Caritas ausbauen zu können. Die Arbeit der Caritas leistet eine enormen Beitrag für einen menschlichen Umgang in unserer Gesellschaft".

Aktuelle Lage in den Notquartieren
Aufgrund der klirrenden Kälte wurden die Schlafplätze in Wiens Notquartieren in den letzten Tagen knapp. Das wenige Tage vor Weihnachten eröffnete zusätzliche Caritas-Quartier in Simmering mit 60 Schlafplätzen war letzte Nacht bereits bis auf den letzten Schlafplatz belegt. "Niemand soll unversorgt auf der Straße stehen, gerade jetzt im Winter, doch warme Schlafplätze für Obdachlose werden knapp. Wir hoffen, dass bereits in den nächsten Tagen zusätzliche Schlafplätze geschaffen werden. Auch als Caritas werden wir unser Angebot ausweiten." Angesichts des Todesfalls eines Obdachlosen in der U-Bahnstation Volkstheater appelliert Schwertner, lieber einmal zu oft die Nummer des Caritas-Kältetelefons oder jene der Rettung zu wählen: "Das Caritas-Kältetelefon ist sieben Tage in der Woche rund um die Uhr erreichbar und jeder Anruf kann ein Menschenleben retten oder verhindern, dass ein Mensch schutzlos im Freien übernachten muss. In medizinischen Notfällen ist natürlich nach wie vor die Rettung zu informieren." In den letzten Tagen, seitdem Kälte und Schnee die Bundeshauptstadt fest Griff haben, läutet die Caritas-Hotline pausenlos. "Immer mehr Menschen wählen die Nummer des Kältetelefons und wollen helfen - das ist sehr erfreulich! Seit Anfang November verzeichneten wir bereits 509 Anrufe", so Schwertner. "Aufgrund des enormen Andrangs in den Notquartieren benötigen wir dringend Spenden. Wer rasch und unbürokratisch helfen will, spendet mit 50 Euro ein Gruft-Winterpaket und damit einen winterfesten Schlafsack und eine warme Mahlzeit für einen obdachlosen Menschen. Jede Spende wärmt."

www.gruft.at
Caritas Spendenkonto
IBAN: AT163100000404050050
BIC: RZBAATWW
Kennwort: "Gruft Winterpaket"

Caritas-Kältetelefon: 01/480 45 53
kaeltetelefon@caritas-wien.at

Rückfragen & Kontakt:

Martin Gantner,
Pressesprecher Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: 0664-88952760,
martin.gantner@caritas-wien.at

Ing. Mag. Michael Braun
ÖBB-Holding AG, Konzernkommunikation
Pressesprecher
Mobil: 0664/2869990
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