Die Grünen Kärnten unterstützen Bürgerinitiative zur Rettung des Aichwaldsees

Landessprecher Frank Frey: Umwelt darf nicht undurchsichtigen Kapitalinteressen geopfert werden

Klagenfurt (OTS) - Mitte Dezember haben SPÖ, ÖVP und Freiheitliche im Gemeinderat von Finkenstein einem 30 Jahre laufenden Pachtvertrag zugestimmt, bei dem ein Unternehmer das zehnfache des erwarteten Preises für die Pacht des Strandbades Aichwaldsee bietet. Statt zu bezahlen, darf er aber für das Geld das Bad ausbauen und plant den Bau von acht Chalets. In Medienberichten wird sogar der weitere Bau von bis zu 40 Chalets auf Nachbargrundstücken diskutiert. Die Grünen Kärnten fordern eine Offenlegung aller Pläne und unterstützen eine BürgerInneninitiative, die sich gegen eine Verbauung eines der letzten frei zugänglichen Kärntner Seen einsetzt.

Der Gemeindevorstand Finkenstein argumentiert den Zuschlag mit der touristischen Nutzung und den Möglichkeiten, die ein Investor gerade in gesamtwirtschaftlich schwierigen Zeiten biete. Der 4,5 Hektar große Aichwaldsee gehört allerdings zu den letzten unverbauten, natürlichen Seen Kärntens und ist umgeben von einem 24 Hektar großen Landschaftsschutzgebiet.

Eine BürgerInneninitiative will das Naturjuwel vor einer gewinnorientierten Verbauung geschützt wissen und fürchtet eine konzeptlose Privatisierung. Tatsächlich haben die jüngsten touristischen Bau- und Investorenkonzepte in Kärnten (Seeparkhotel Klagenfurt, Schloß Reifnitz/Stronach) außer Pleiten, Pech und Pannen wenig gebracht. Selbst der Sprecher der Kärntner Hotelerie, Sigismund Moerisch, fordert in einem Zeitungsinterview am 31.12.2104: "Wir brauchen in Kärnten keine neue Betten, sondern Perspektiven für die bestehenden." Ähnlich argumentiert die BürgerInneninitiative: Statt eines Rückfalls in touristische Steinzeit mit plumper Verbauung, fordert sie nachhaltige und ökologische Konzepte und ein Vorlegen entsprechender Businesskonzepte, die öffentlich diskutiert werden sollen.

Nachdem in den vergangenen Jahren am Faaker See immer wieder öffentliche Seezugänge privatisiert wurden und exklusiven Wohnungen weichen mussten, ist zu erahnen, was die Gemeindevertreter unter "sanftem Tourismus" für den Aichwaldsee verstehen. "Die Schaffung von Arbeitsplätzen darf nicht als Totschlagargument für Umweltzerstörung und Privatisierung von öffentlichem Eigentum verwendet werden", sagt der Landessprecher der Kärntner Grünen, Frank Frey. Er fordert eine öffentliche Debatte und Transparenz in der Entscheidungsfindung und bei allen weiteren Verfahren. "Das Strandbad wurde erst heuer im Frühjahr auf Gemeindekosten neu errichtet und soll nun bereits wieder umgebaut und erweitert werden. Es liegen weder eine Endabrechnung vor, noch die endgültigen Pläne des neuen Pächters."

BürgerInneninitiative: www.rettet-den-aichwaldsee.at

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