ÖAMTC: 2014 neuer Tiefststand bei Verkehrstoten

Notwendigkeit des Sicherheitsgurtes immer noch unterschätzt

Wien (OTS) - "Vergangenes Jahr starben erneut weniger Personen auf den heimischen Straßen", lautet das Resümee von ÖAMTC-Verkehrssicherheitsexperten David Nosé. Gemäß vorläufigen Zahlen des Innenministeriums (BMI) verunglückten 2014 430 Personen auf Österreichs Straßen tödlich, was im Vergleich zu 2013 einem Rückgang um 5,5 Prozent entspricht. "Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950 gab es noch nie so wenig Verkehrstote", stellt Nosé fest. Mit einer Ausnahme im Jahr 2012 setzt sich somit der seit 1999 anhaltende rückläufige Trend weiter fort. Seit 1999, dem letzten Jahr mit mehr als 1.000 Getöteten (1.079), hat sich diese Zahl bis heute um 60 Prozent verringert.

Mit 191 Personen machen Pkw-Insassen den größten Teil der Getöteten aus. "Dennoch konnte gerade in diesem Bereich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten der größte Rückgang verzeichnet werden", merkt der ÖAMTC-Experte an. "Moderne Pkw verfügen über ein hohes Sicherheitsniveau. Zudem tragen Fahrerassistentz-Systeme zunehmend dazu bei, Unfälle von vornherein zu vermeiden." Die Statistik zeigt aber auch, dass Motorradaufsassen nach wie vor zu einer Risikogruppe zählen. "Zwar verunglückten 2014 mit 75 Zweiradfahrern weniger als im Jahr zuvor", führt Nosé aus, "dennoch könnte diese Zahl durch eine Sensibilisierung der Lenker, vor allem der Wiedereinsteiger, weiter gesenkt werden". Kurse, wie sie etwa von der ÖAMTC Fahrtechnik angeboten werden, leisten hierfür mit Sicherheit einen wichtigen Beitrag.

Trotz einer kontinuierlichen Sicherheitsarbeit der ASFINAG ist es nicht ganz gelungen, den niedrigen Wert des Vorjahres im hochrangigen Straßennetz zu halten. 2014 verunglückten auf Autobahnen und Schnellstraßen mit 48 Personen um 11 mehr tödlich als im Jahr zuvor. "Die meisten Verkehrsteilnehmer lassen jedoch nach wie vor im niederrangigen Straßennetz ihr Leben", analysiert Nosé. "Vor allem außerhalb von Ortschaften, wo die meisten Getöteten zu beklagen sind, gäbe es genügend Verbesserungspotenzial. Vermehrte Road Safety-Inspections könnten beispielsweise dazu beitragen, potenzielle Gefahrenstellen zu lokalisieren und zu entschärfen."

Nicht angepasste Geschwindigkeit Unfallursache Nummer eins

Die rückläufige Anzahl der Verkehrstoten kann durchaus auf das gestiegene Sicherheitsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer sowie die Verkehrssicherheitsarbeit aller Beteiligten zurückgeführt werden. "Trotz aller gemeinsamen Bemühungen gibt es noch viel zu tun", weiß der ÖAMTC-Verkehrssicherheitsexperte. "So ist nicht angepasste Geschwindigkeit mit 31 Prozent nach wie vor Unfallursache Nummer eins." Entgegenwirken kann man dieser Tatsache mit verstärkter Aufklärungsarbeit. Gerade bei schlechten Witterungsverhältnissen kann die Wahl der richtigen Geschwindigkeit über Leben und Tod entscheiden. Auch Unachtsamkeit beziehungsweise Ablenkung hat mit 14 Prozent einen hohen Anteil bei den Unfallursachen. Während der Fahrt gehört die volle Konzentration der Straße. "Jede Art von Ablenkung, auch das Hantieren mit dem Handy oder die Bedienung des Navis, ist zu unterlassen", stellt Nosé klar. "Dafür gilt es unter allen Verkehrsteilnehmern verstärkt das Bewusstsein zu schaffen."

Die aktuelle Statistik zeigt leider auch, dass die Gurtmoral nach wie vor ein hohes Verbesserungspotenzial aufweist, denn 46 tödlich verunglückte Fahrzeuginsassen waren nicht angeschnallt. "Die crashsichersten Fahrzeuge und die sicherste Verkehrsinfrastruktur helfen nichts, wenn Insassen den Gurt nicht anlegen", gibt der ÖAMTC-Experte zu bedenken.

Mit der konsequenten Umsetzung des Verkehrssicherheitsprogrammes kann auch zukünftig eine weitere Verbesserung der Verkehrssicherheit erreicht werden. Auch der technische Fortschritt sowie die verbesserte Ausgestaltung der Verkehrsinfrastruktur können in Zukunft wesentlich dazu beitragen, die Mobilität aller Verkehrsteilnehmer sicherer und fehlerverzeihender zu machen. "Letztendlich ist es aber jeder einzelne von uns, der Österreichs Straßen zunehmend sicherer machen kann", appelliert der ÖAMTC-Verkehrssicherheitsexperte abschließend. "Wer vorausschauend fährt und mit Fehlern anderer rechnet sowie eine angepasste Geschwindigkeit wählt, sodass ein gefahrloses Stehenbleiben jederzeit möglich ist, schützt sein Leben und das anderer Verkehrsteilnehmer."

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