Innenministerium: 430 Verkehrstote im abgelaufenen Jahr

Niedrigste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1950

Wien (OTS) - 430 Menschen verunglückten 2014 auf Österreichs Straßen tödlich. Das sind um 25 Opfer (5,5 %) weniger als 2013 (455). Die Gesamtzahl an Verkehrstoten innerhalb eines Jahres liegt somit zum zweiten Mal unter 500 und bedeutet die niedrigste Zahl seit dem Beginn der Aufzeichnungen 1950. Mit diesem Tiefststand setzt sich der langfristig rückläufige Trend bei den Verkehrstoten fort. Die Zahl der Todesopfer ist im Jahresvergleich seit 1999 - mit einer Ausnahme (2012) - durchwegs gesunken.
430 Verkehrstote sind etwa ein Siebentel der Todesopfer im Vergleich zu 1972, dem bisher schwärzesten Jahr in der Unfallstatistik (2.948 Tote). Obwohl der Fahrzeugbestand sich seit 1972 von 2,5 Millionen auf 6,5 Millionen mehr als verdoppelt hat. Noch vor 15 Jahren gab es in Österreich mehr als 1.000 Tote (1.079) im Straßenverkehr. Der Rückgang seit damals beträgt 60 Prozent.

Bundesländerstatistik

Im Burgenland gab es 22 Verkehrstote (2013: 17), in Kärnten 26 (41), in Niederösterreich 121 (112), in Oberösterreich 75 (99), in Salzburg 27 (36), in der Steiermark 86 (73), in Tirol 30 (46), in Vorarlberg 22 (14) und in Wien 21 (17).
Eine Zunahme der Zahl an Verkehrstoten gab es im Burgenland (+ 5), in Niederösterreich (+ 9), in der Steiermark (+ 13), in Vorarlberg (+ 8) und in Wien (+ 4). Die Bundesländer Kärnten, Oberösterreich, Salzburg und Tirol verzeichnen Rückgänge und erreichten 2014 die bisher geringste Zahl an Verkehrstoten seit 45 Jahren.

Verkehrsbeteiligung
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen 2014 verloren 191 Pkw-Insassen ihr Leben, 19 Lkw-Insassen (einschl. Klein-Lkw), 75 Motorradfahrer (davon 7 mit Leicht-Motorrädern), 15 Mopedfahrer, 45 Radfahrer (davon 4 mit Elektro-Fahrrad), 75 Fußgänger, 5 Traktor-Lenker/Mitfahrer und 5 sonstige Verkehrsteilnehmer. Zurückgegangen gegenüber 2013 ist die Zahl der getöteten Motorradfahrer, Radfahrer und Fußgänger.

Hauptunfallursachen
Als vermutliche Hauptunfallursachen der tödlichen Verkehrsunfälle gelten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (31 %), Vorrangverletzung (15 %), Unachtsamkeit/Ablenkung (14 %), Überholen (9 %), Fehlverhalten von Fußgängern (5 %), Übermüdung (2 %) und Herz-/Kreislaufversagen/akute Erkrankungen (2 %). Alkoholisierung war bei 28 oder 6,8 % der tödlichen Unfälle gegeben.
2014 gab es weniger Unfälle durch Vorrangverletzungen, Überholmanöver und durch das Fehlverhalten von Fußgängern. Mehr Unfälle ereigneten sich aufgrund von Unachtsamkeiten und Alkoholisierung.

Kinderunfälle

8 Kinder im Alter bis 14 Jahren kamen im Straßenverkehr 2014 ums Leben, davon 3 als Pkw-Insassen, 2 als Fußgänger, 1 Kind im Schulbus, 1 Kind als Traktor-Mitfahrer und 1 Kind als Lenker eines Traktors. 2013 verunglückten 10 und 2012 8 Kinder tödlich. Zwei Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren kamen bei einem Schulwegunfall ums Leben.

13 Getötete auf Bahnübergängen, 9 Verkehrstote in Straßentunnelanlagen

Auf Bahnübergängen bei Eisenbahnkreuzungsanlagen verunglückten 13 Menschen tödlich (2013: 16).
10 Fußgänger kamen im Bereich von Schutzwegen ums Leben; 7 bei ungeregelten und 3 bei geregelten Schutzwegen. 2013 kamen ebenfalls 10 Menschen auf Schutzwegen ums Leben. 9 Tote mussten 2014 in Straßentunneln beklagt werden (2013: 8).
Bei Verkehrsunfällen mit Geisterfahrern kamen 3 Verkehrsteilnehmer ums Leben (2013: 2).

Straßenarten

48 Verkehrstote gab es auf Autobahnen und Schnellstraßen; das bedeutet einen Anstieg um 11 Opfer gegenüber 2013 (37 Opfer). Der Großteil der tödlichen Unfälle ereignet sich auf den ehemaligen Bundesstraßen (169 Getötete), Landesstraßen (126) und sonstigen Straßen (87).

144 aller tödlichen Unfälle sind Alleinunfälle, das heißt, es ist nur ein einziges Fahrzeug am Unfall beteiligt. 46 tödlich verletzte Fahrzeuginsassen waren nicht angegurtet. 16 % der Getöteten waren ausländische Staatsangehörige, der Anteil der ausländischen Verursacher von tödlichen Verkehrsunfällen ist ebenso groß.
Jeder schwere Verkehrsunfall ist mit viel Leid für die Opfer und deren Angehörigen verbunden ist, deshalb ist größtmögliche Verkehrssicherheit ein ganz wichtiges Anliegen für die Polizei und das BMI. Neben der zielgerichteten Überwachung und Kontrolle ist auch die Prävention und Bewusstseinsbildung eine wesentliche Aufgabe zur Verhinderung von Unfällen durch die Exekutive.

Anlagen:
Grafik - Verkehrstote Jahresvergleich seit 1980
Grafik - Verkehrstote Bundesländer

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