Industrie zum Jahreswechsel: Um jeden Arbeitsplatz kämpfen

IV-Präsident Kapsch: 2015 muss Jahr für Wachstum und Beschäftigung werden - Notwendige Standortmaßnahmen endlich angehen - Nachhaltige Steuerstrukturreform umsetzen

Wien (OTS/PdI) - "Ein neues Jahr, aber die Herausforderungen für den Industrie- und Arbeitsstandort sind die alten geblieben - 2015 müssen wir sie endlich angehen", konstatierte Mag. Georg Kapsch, Präsident der Industriellenvereinigung (IV), heute, Dienstag, zum bevorstehenden Jahreswechsel. So müsse das kommende Jahr endlich das "Jahr für Wachstum und Beschäftigung, das Jahr struktureller Reformen werden", die es gerade in konjunkturell fordernder Zeit dringend brauche. "Die Konjunkturprognosen lassen keine baldige Besserung erwarten - entsprechend wird sich der Druck auf den Arbeitsmarkt weiter erhöhen. Wir müssen daher um jeden Arbeitsplatz mit noch mehr Nachdruck kämpfen", so der IV-Präsident.

Österreich von Konjunktur-Entwicklung in Europa abgekoppelt

Die Ursache für die steigende Arbeitslosigkeit liege zu einem Teil im geopolitischen Gegenwind, aber vor allem in hausgemachten Problemen: "Die OECD erwartet ihrer jüngsten Prognoserevision für das Jahr 2014 zufolge ein Wachstum von 1,5 Prozent für Deutschland, während für Österreich nur 0,5 Prozent avisiert werden. Auch für das kommende Jahr 2015 zeichnet sich ab, dass das Wachstum in Österreich hinter jenem von Deutschland oder der Eurozone zurückbleiben wird. Der vormalige 'Musterschüler' Österreich hat sich mittlerweile von der Konjunktur-Entwicklung in Europa abgekoppelt und ist zum Wachstums-'Sorgenkind' mutiert. Gleichzeitig wird in Österreich die Arbeitslosigkeit weiter ansteigen, während sie in Europa zu sinken begonnen hat. Diese Entwicklung ist ebenso besorgniserregend wie bezeichnend für die heimischen Reformversäumnisse und den unter anderem daraus resultierenden Vertrauensverlust von Investoren in den heimischen Standort."

Politik muss 2015 Vertrauen zurückgewinnen

"2015 muss Österreich - und allen voran die Politik - mit voller Kraft daran arbeiten, dieses Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Den Worten müssen endlich Taten folgen", betonte Kapsch. Vor allem die geplante Steuerreform könnte - richtig gemacht - einen Hebel für Wachstum und Arbeitsplätze am heimischen Wirtschaftsstandort darstellen: "Wir brauchen eine spürbare Entlastung des Faktors Arbeit für Menschen und Unternehmen - nicht nur eine simple Lohnsteuersenkung." Dies würde viel zu kurz greifen. Wer sich damit zufrieden gebe, "macht es sich bei weitem zu einfach und verschließt die Augen vor der Realität".

Endlich Strukturreformen bei Staat, Bildung, Pensionen und Gesundheit angehen

Auch eine bloße Umverteilung oder gar Neuerfindung von Belastungen - insbesondere von wachstumsschädlichen Vermögenssubstanzsteuern -wäre "im Höchststeuerland Österreich absolut fatal" für die Wirtschaftsentwicklung und damit für den heimischen Arbeitsmarkt. Stattdessen müsse endlich entschlossen in die Strukturen gegangen und ausgabenseitig eingespart werden. "Strukturelle Veränderungen im Pensions-, Gesundheits- und Bildungssystem sowie Effizienzsteigerungen und Verbesserungen in der staatlichen Bürokratie und Verwaltung sind Voraussetzung für die Sicherung und den Ausbau von Wohlstand und Arbeitsplätzen in Österreich - Konzepte liegen mehr als genug auf dem Tisch", so der IV-Präsident, der abschließend klarstellte: "Die Reformverweigerer auf allen Seiten müssen endlich in der Gegenwart ankommen. Reformstau, verkrustete Denkmuster und parteitaktische Spielchen kann sich Österreich nicht noch länger leisten. Denn 2015 werden wir mit noch größerer Kraft um jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen müssen."

Rückfragen & Kontakt:

IV-Newsroom
Tel.: +43 (1) 711 35-2306
info@iv-newsroom.at
www.iv-net.at/medien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPI0001