Tierärzte appellieren an die Bevölkerung

"Gelebter Tierschutz auch zu Sylvester"

Wien (OTS) - Ein Großteil der österreichischen Bevölkerung bekennt sich zum Tierschutz. Nur in der Zeit rund um den Jahreswechsel scheint dieses Bekenntnis in Vergessenheit zu geraten. Obwohl es grundsätzlich verboten ist Feuerwerkskörper und Knaller im Ortsgebiet zu verwenden, wird diese Vorschrift oft weitgehend ignoriert.

§5 des Österreichischen Tierschutzgesetzes sagt:
"Es ist verboten, einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder es in schwere Angst zu versetzen."

Laut Wirtschaftskammer lassen sich die Österreicher die laute Begrüßung des neuen Jahres bis Sylvester rund 10 Millionen Euro kosten. Leider beschränkt sich die Knallerei aber nicht nur auf den Jahreswechsel. Schon Wochen vorher und nachher wird das Nervenkostüm von Mensch und Tier strapaziert. Für viele Tiere bedeutet das Dauerstress. Die Tiere können die belastende Situation nicht ändern oder verhindern. Die Stresshormone werden nicht abgebaut und die körperliche Anspannung bleibt erhalten. Vor allem viele Hunde sind in der angeblich ruhigsten Zeit des Jahres nur schwer zu überzeugen, die schützende Wohnung zu verlassen, wenn sie einmal Bekanntschaft mit einem Kracher gemacht haben. Im schlimmsten Fall reicht ein belastendes Erlebnis für eine lebenslange Traumatisierung. Die angstanfälligen Tiere mit Tabletten - oft starke Psychopharmaka -ruhig zu stellen, ist im Falle der wochenlangen Belastung nur eine suboptimale Lösung, eine starke medikamentöse Beruhigung (= Sedierung) über einen so langen Zeitraum, eben ohne klinische Betreuung und Überwachung nicht möglich.

Das Feuerwerk für einige Stunden kurz nach dem Jahreswechsel ist für empfindliche Tier hingegen mit Hilfe von richtig ausgewählten Medikamenten durchaus erträglich zu gestalten. Bei wochenlanger Belastung, ist effektive Hilfe allerdings schwierig, man sollte sich am besten doch eher entschließen einen ruhigen Aufenthaltsort abseits der Städte aufzusuchen.

Die österreichische Tierärztekammer appelliert daher an die Bevölkerung, den Einsatz von Raketen und Knallkörpern nur kurz auf den eigentlichen Jahreswechsel abseits gestresster Tiere unter Beachtung der geltenden Gesetze zu beschränken oder darauf zu verzichten.

Rückfragen & Kontakt:

Österreichische Tierärztekammer
Mag. Kurt Frühwirth
Präsident der Österreichischen Tierärztekammer

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