Walser: Krypta hat als Kranzabwurfstelle ausgedient!

Grüne unterstützen Forderung des Leiters der militärhistorischen Denkmalkommission

Wien (OTS) - "75 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft leistet sich Österreich in der nationalen Gedenkstätte in der Krypta am Heldenplatz eine vergangenheitspolitische Peinlichkeit für die ganze Republik", zeigt sich der Grüne Nationalratsabgeordnete Harald Walser empört über die Untätigkeit von Verteidigungsminister Gerald Klug. Der Abgeordnete unterstützt die Forderung des Leiters der militärhistorischen Denkmalkommission, Dieter Binder, der in einem ORF-Interview dezidiert für ein Ende für Kranzniederlegungen in der Krypta eingetreten war: "Die Krypta hat als Kranzabwurfstelle ausgedient!"

Walser verweist neben den Argumenten Binders auch auf die Tatsache, dass im Konzept für die Neugestaltung der Österreichischen Gedenkstätte im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau eine Verbindung zur Krypta vorgesehen ist. Das Konzept sieht vor, Botschaften von BesucherInnen der Gedenkstätte direkt auf eine Leinwand in die Krypta zu projizieren: " Österreich macht sich international lächerlich, wenn man tolle Konzepte auf dem neuesten Stand der Museumspädagogik präsentiert und andererseits nicht einmal ansatzweise Vorsorge für deren Realisierung trifft."

"Gerald Klug ist in vergangenheitspolitischen Fragen längst ein Selbstverteidigungsminister", so Walser weiter: "Die von seinem Vorgänger nach heftiger Grüner Kritik verfügte Schließung der Krypta wurde mit einer Zwischenlösung beendet." In der Krypta wurde danach in Begleittexten auf die Umgestaltung hingewiesen und der derzeitige Zustand problematisiert: "Diese Texte wurden mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes verräumt. Inzwischen gedenken Besucher in der Krypta wieder freiwillig oder unfreiwillig auch den Mördern der SS!"

"In vier Wochen jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz zum 70. mal. Der Österreich-Pavillon in Auschwitz befindet sich in der Phase der Neugestaltung", verweist Walser abschließend auf dringenden Handlungsbedarf: "Die Regierung muss für die kommenden Gedenkfeierlichkeiten klare Aussagen treffen. Die Umgestaltung des Heldendenkmals ist überfällig, ein sinnvolles Konzept liegt vor. Jetzt braucht es den politischen Willen, um die überaus sinnvolle Verbindung mit der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau auch umzusetzen und die jetzige Peinlichkeit zu beenden!"

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