Weihnachtliches „matinee“-Doppel mit „Schwanensee“-Schwerpunkt, „Peter und der Wolf“ und Peter Rosegger

Außerdem: „Advent- und Weihnachtsbrauchtum in Österreich“ und „Ausflug ins Gestern – Winter in der Stadt 1958“

Wien (OTS) - Zwei weihnachtliche "matineen" bietet ORF 2 in den nächsten Tagen:
Am Stephanitag, Freitag, dem 26. Dezember 2014, bietet der ORF-Kulturvormittag ein mehrstündiges Feuerwerk an klassischer Tanzkunst ganz im Zeichen von "Schwanensee". Die Aufzeichnung der diesjährigen Staatsopern-Neuproduktion des Ballettklassikers zur Musik von Peter Iljitsch Tschaikowsky, in der Choreographie und Inszenierung von Rudolf Nurejew bzw. der Einstudierung von Manuel Legris, steht um 9.35 Uhr auf dem Programm, eingeleitet um 9.05 Uhr von einem Making-of mit dem Titel "Schwanensee - Backstage". Im Anschluss an das Ballett ist um 11.50 Uhr das Porträt des unvergessenen und einzigartigen "Rudolf Nurejew" zu sehen. Den Abschluss der Feiertags-"matinee" macht um 12.35 Uhr die Dokumentation "Advent- und Weihnachtsbrauchtum in Österreich" von Peter Stromberger und Alexander Harisch, die sich vor allem in Westösterreich nach alten weihnachtlichen Ritualen und Traditionen umsieht.
Die "matinee" am Sonntag, dem 28. Dezember, taucht um 9.05 Uhr in ORF 2 mit Axel Fuhrmanns Dokumentation "Peter und der Wolf - Geschichte eines Welterfolgs" in die Welt von Sergej Prokofjews musikalischem Märchen ein. Danach bringt ORF 2 um 10.00 Uhr die Dokumentation "Peter Rosegger - Waldbauernbub und Revolutionär" von Klaus Steindl, die zeigt, dass der steirische Dichter weit mehr als nur ein Landbub war. Abschließend steht um 10.55 Uhr ein kurzer "Ausflug ins Gestern - Winter in der Stadt 1958" auf dem Programm - Wiener Winterimpressionen aus dem ORF-Archiv.

Stephanitag, Freitag, 26. Dezember:

"Schwanensee - Backstage" (9.05 Uhr):

Im Rahmen der dreiteiligen "Schwanensee"-"matinee" ist zunächst Florian Gebauers filmisches Making-of zur diesjährigen Neuproduktion der Wiener Staatsoper in der Choreographie Rudolf Nurejews zu sehen. Vor mehr als 50 Jahren, am 15. Oktober 1964, feierte "Schwanensee" in dieser Fassung für das Staatsopernballett in Wien Premiere. Für Ballettdirektor Manuel Legris, als ehemaliger Danseur Étoile des Balletts der Pariser Oper Schüler Nurejews, Gelegenheit, mit der Neueinstudierung seinen Mentor zu ehren.
Der Film von Florian Gebauer begleitet die anstrengende Probenzeit bis hin zur Premiere und zeigt, was von den Tänzern in diesem Werk alles an Können abverlangt wird. Die Kamera ist auch in den Werkstätten von ART for ART dabei, wo die aufwendigen Kostüme produziert wurden.
"Backstage" zeigt nicht nur die Entstehung der Produktion, sondern auch das Wiener Staatsballett als eingeschworene Kompagnie mit großem Zusammenhalt.

"Schwanensee" (9.35 Uhr)

Nach "Der Nussknacker" zu Weihnachten 2012 zeigt der ORF mit "Schwanensee" nun die zweite Ballettproduktion der Wiener Staatsoper aus dem choreographischen Erbe des großen Rudolf Nurejew. Ballettdirektor Manuel Legris, der selbst unter Nurejew tanzte, brachte die vor 50 Jahren entstandene und bis 2009 mehr als 200-mal im Haus am Ring und bei Gastspielen aufgeführte Wiener Fassung des Klassikers im März 2014 auf die Bühne der Staatsoper zurück. "Schwanensee" ist eines der schönsten und meistaufgeführten Werke der gesamten Ballettliteratur. Es ist die Geschichte der in einen Schwan verzauberten Prinzessin Odette, die nur durch die Liebe des Prinzen Siegfried erlöst werden kann. Jene Version, die Rudolf Nurejew 1964 für das Wiener Staatsopernballett kreierte, geht tragisch aus - durch Täuschung wird die Liebe verraten, Odette muss am Ende ein Schwan bleiben und der Prinz versinkt in den bewegten Fluten des Schwanensees.
Die Premiere, von Rudolf Nurejew selbst und seiner kongenialen Partnerin Margot Fonteyn getanzt, schrieb Ballettgeschichte: Mit 89 Schlussvorhängen stellte sie einen bisher ungebrochenen Rekord auf. Auch und vor allem deshalb, weil Nurejew die männliche Hauptrolle um ein Vielfaches aufgewertet und der Partie der Primaballerina gleichgestellt hatte.
In der Premiere der Neuinszenierung von Manuel Legris im März 2014 gestaltete Olga Esina, die Erste Solotänzerin der Wiener Ballettkompanie, die Doppelrolle Odette/Odile, begleitet von Vladimir Shishov als Prinz Siegfried. Dirigent Alexander Ingram leitete das Orchester der Wiener Staatsoper. Für die neue Ausstattung, die inspiriert ist von der fantastischen Welt des Bayernkönigs Ludwig II., zeichnet Luisa Spinatelli verantwortlich.
Für die ORF-Bildregie der Aufzeichnung - eine Koproduktion von ORF und UNITEL CLASSICA - zeichnet Michael Beyer verantwortlich, der am 1. Jänner 2015 auch das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker in Szene setzt.

"Rudolf Nurejew" (11.50 Uhr)

Rudolf Nurejew gilt bis heute - mehr als 20 Jahre nach seinem Tod -als der berühmteste Tänzer des klassischen Balletts. Als einer, der in einem Wagon der Transsibirischen Eisenbahn auf die Welt gekommen war, blieb er immer in Bewegung, um als der hellste Stern am Balletthimmel kometenhaft aufzusteigen. Rudolf Nurejew brachte mit seinem Charisma und seinem virtuosen Talent eine neue, moderne Dimension in den klassischen Tanz - egal ob als Tänzer, Choreograph oder als herumtollender Partner von Miss Piggy bei der "Muppet Show". Mit ihrem Film wirft die Regisseurin Sonia Paramo einen Blick auf das Leben dieses großartigen Künstlers in all seinen graziösen, leidenschaftlichen, dramatischen und exzessiven Facetten. Anhand von Interviews, Archivmaterial, Wiederaufnahmen und originalen Tanzsequenzen rekonstruiert Paramo die Schlüsselmomente von Nurejews Leben und bringt Licht in die aufregende Biografie eines unvergleichlichen Tanzkünstlers.

Sonntag, 28. Dezember:

"Peter und der Wolf" (9.05 Uhr)

Seit der Uraufführung 1936 fasziniert das musikalische Märchen "Peter und der Wolf" von Sergej Prokofjew weltweit bereits viele Generationen. Es ist die Geschichte von Peter, der listenreich den Wolf besiegt und dabei spielerisch die Instrumente des Orchesters erklärt. Das Werk zählt zu den bekanntesten und meistgespielten Werken der Klassik und wurde von Walt Disney verfilmt - gesprochen von Sean Connery, Romy Schneider, Sting, Loriot, Bill Clinton, Michail Gorbatschow und vielen anderen. Doch die Hintergründe seiner Entstehung liegen weitgehend im Dunkeln. Die Filmemacher Axel Fuhrmann und Axel Brüggemann erzählen die Geschichte dieses Welterfolgs so spannend wie einen Politthriller.
1936 beauftragte die russische Kindertheaterdirektorin Natalia Saz den Komponisten Sergej Prokofjew, "Peter und der Wolf" zu schreiben. In ihren Memoiren erzählt sie, wie das Stück in einem Moskauer Hotelzimmer entstand. Doch ein dunkler Schatten liegt über dem Werk. Nach der Uraufführung wurde Natalia Saz von Stalins Geheimpolizei verhaftet und in ein Arbeitslager verschleppt. Entlang der im Westen bisher unveröffentlichten Memoiren von Natalia Saz begibt sich der Film an Originalschauplätzen auf eine spannende Zeitreise.
Sie beginnt 1935, als Prokofjew entschied, von Paris nach Moskau zu ziehen. Was bewegte ihn, sich Stalins Regime und dessen politischer Vereinnahmung auszusetzen? Ist die Figur Peters ein Selbstporträt? Glaubte er, den 'Wolf' Stalin besiegen zu können? Aus welchen Gründen bot er das Stück sofort Walt Disney an?
Orchestermitglieder der Duisburger Philharmoniker erklären im bezaubernden Ambiente des Markt- und Schaustellermuseums Essen die Musik. Zeitzeugen, Historiker, Nachfahren Prokofjews und die Tochter von Natalia Saz enthüllen, warum sich das Stück über Hollywood so schnell in aller Welt verbreitete und weshalb es Kinder und Erwachsene aller Nationen bis heute fasziniert. Unter den Mitwirkenden: die Trickfilmerin und Oscar-Preisträgerin Suzie Templeton und Isabel von Karajan.

Peter Rosegger - Waldbauernbub und Revolutionär" (10.00 Uhr)

Auch die zweite Dokumentation der "matinee" über den österreichischen Schriftsteller Peter Rosegger ist quasi eine "Aufdecker-Geschichte":
Rosegger lebte in einer Zeit des Umbruchs. Die Jahre zwischen 1850 und dem Fin de Siècle waren eine Zeit der Börse, der neuen Technologien und des ungebremsten Wachstums. Weltausstellung, Semmeringbahn, Ringstraßenbauten etc. waren die sichtbaren Zeichen dieser Entwicklung.
Gleichzeitig traten jedoch auch soziale Bruchlinien immer deutlicher zutage. Peter Rosegger war ein Kind dieser Zeit - und hat seine Erlebnisse in autobiografischen Schriften für die Nachwelt erhalten. Auch seine "Heimatregion" spielt in Roseggers Büchern immer wieder eine zentrale Rolle. Klaus Steindls Dokumentation über Peter Rosegger ist kein Historienfilm, sondern reflektiert die Zeit des Dichters aus heutiger Sicht - anhand von punktuellen Ereignissen, die von Rosegger als Zeitzeuge kommentiert wurden, greift der Film die großen Themen, Umwälzungen und Brüche auf.

Die "matinee" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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