Cyber-Sicherheit: Planspiel als Richtungsweiser für weitere Maßnahmen

Cyber-Security-Center ermöglicht optimale Zusammenarbeit von Behörden und Wirtschaft.

Wien (OTS) - "Cyber-Sicherheit ist ein Thema am Puls der Zeit, das auch in den nächsten Jahren nicht an Bedeutung verlieren wird", sagte Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner. Sie präsentierte am 22. Dezember 2014 in Wien die Ergebnisse des KSÖ-Cybersecurity-Planspiels 2014 gemeinsam mit dem Generalsekretär des "Kuratoriums Sicheres Österreich" (KSÖ), Dr. Alexander Janda, und dem Vorstandsdirektor der Flughafen Wien AG, Dr. Günther Ofner. Das Cybersecurity-Planspiel ist eine gemeinsame Aktion des Innenministeriums, der Landesverteidigung, des Außenamts, des Finanzministeriums und Vertretern aus der Wirtschaft auf der Plattform des "Kuratoriums Sicheres Österreich".

Die Bundesregierung verabschiedete 2013 die nationale Cyber-Sicherheitsstrategie. Darin wird die Zusammenarbeit in der Cyber-Sicherheit definiert zwischen Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, und zwar als gesamtstaatliches Ziel. Als erstes Ergebnis der Strategie wurden Prozesse für die Kommunikation entwickelt sowie für die Kooperation von Unternehmen und Behörden. Die Prozesse wurden in Planspielen erprobt. Dadurch wird sichergestellt, dass die zukünftigen Schritte nahe an den Cyber-Sicherheits-Herausforderungen ausgerichtet sind, die in der Realität relevant sind.

Cyber-Security-Center (CSC)

"Ein wesentlicher Teil dieser Strategie ist das Cyber-Security-Center, das im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung eingerichtet wird", erläuterte Innenministerin Mikl-Leitner. "Das Cyber-Security-Center hat beim Planspiel die Rolle der Koordinierung übernommen und ist als staatlicher Ansprechpartner den Unternehmen zur Seite gestanden. Die Ergebnisse des Planspiels haben gezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und privaten Akteuren sehr gut funktioniert, die Errichtung eines Cyber-Security-Centers aber notwendig ist. Darum wollen wir bereits 2015 mit dem Probebetrieb starten."

KSÖ-Cybersecurity-Planspiel

2012 wurde erstmals in einem Planspiel die Zusammenarbeit von Ministerien und Wirtschaft durchgespielt, und zwar mit der Übungsannahme, dass alle Internetverbindungen zusammenbrechen. Zwei Jahre später wurden die Erkenntnisse daraus umgesetzt. Deren Schwerpunkt lag auf Details der Zusammenarbeit.
Im Dezember 2014 fand in der Wirtschaftskammer Österreich ein zweites Planspiel statt, an dem Vertreter aus zwölf Behörden und Unternehmen teilnahmen. Bereits in den Tagen vor dem Planspiel wurden die Teilnehmer mit "Hacker-Angriffen" konfrontiert, zu denen am Tag des Planspiels "Erpressungsversuche" und "Lösegeldforderungen" seitens einer terroristischen Gruppierung hinzukamen. Die Mitarbeiter des zukünftigen Cybersecurity-Centers (CSC) koordinierten und moderierten dieses Planspiel.

"Es ist inzwischen unbestritten, dass wir uns nur durch Kooperation aller Beteiligten gegen die Bedrohungen aus dem Cyberspace zur Wehr setzen können", erklärte KSÖ-Generalsekretär Dr. Alexander Janda. "Das zu üben war eine der wesentlichen Aufgaben des Planspiels und wir konnten dabei sowohl Erfolge als auch Verbesserungsbedarf aufzeigen. Von Seite des KSÖ werden wir deshalb mit unseren Partnern und mit dem KSÖ Cybersecurity Forum auch im nächsten Jahr daran arbeiten, die noch offenen Fragen zu beantworten und Österreich cybersicherer zu machen."

"Ich bin dem Innenministerium und dem KSÖ sehr dankbar für die Organisation des Planspiels", sagte Vorstandsdirektor Dr. Günther Ofner. "Wir haben dabei gelernt, dass im Cybersecurity-Bereich kein Weg an einer unternehmensübergreifenden Denkweise vorüber führt. Die dazu notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen werden wir in den nächsten Wochen und Monaten intensiv diskutieren müssen und seitens des Flughafen Wiens stehen wir dafür sehr gerne zu Verfügung."

Verbesserungspotenzial in rechtlichen Rahmenbedingungen

Das Planspiel ist auch als Unterstützung für die Erstellung eines künftigen "Ordnungsrahmens" zu sehen. Er stellt die Grundlage für ein Cybersecurity-Gesetz dar. Das ist im Regierungsprogramm vorgesehen.

"Wir nehmen aus den Erfahrungen des Planspiels auch mit, dass es bei den rechtlichen Rahmenbedingungen Verbesserungspotenzial gibt", berichtet Mikl-Leitner. "Bei der Zusammenarbeit zwischen staatlichen und privaten Akteuren, war oft nicht klar, ob bestimmte Informationen aus rechtlicher Sicht geteilt werden dürfen oder nicht." Das Cyber-Planspiel habe gezeigt, "dass wir einen gemeinsamen ordnungspolitischen Rahmen brauchen, mit dem wir Recht und Technologie miteinander in Einklang bringen können".

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