AKNÖ-Präsident Markus Wieser: "Rechnungshofbericht bestätigt jahrelange Kritik der AK"

"2015 muss ArbeitnehmerInnen endlich mehr im Geldbörsel bleiben"

Wien (OTS/AKNÖ) - Die Einkommen der heimischen ArbeitnehmerInnen steigen seit Jahren nach Abzug der Inflation kaum oder gar nicht, besagt der jüngste Bericht des Rechnungshofs. ArbeitnehmerInnen mit niedrigeren Einkommen müssen sogar deutliche Verluste hinnehmen. Mit diesem Befund sieht AKNÖ-Präsident und ÖGB NÖ Vorsitzender Markus Wieser die jahrelange Kritik der AK bestätigt. Er fordert eine Trendumkehr.

"Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass die Ungleichverteilung bei den Einkommen steigt: Wer wenig verdient, verliert. Wer viel verdient, gewinnt. Das bestätigt jetzt sogar der Rechnungshofbericht", sagt AKNÖ-Präsident Markus Wieser. Laut diesem Bericht ist das Medianeinkommen inflationsbereinigt um vier Prozent gesunken, die Einkommen der zehn Prozent mit den niedrigsten Löhnen und Gehältern sogar um ein Drittel.

"Natürlich kann man diese Entwicklung mit dem Hinweis kleinrechnen, dass es heute mehr Teilzeitbeschäftigte gibt als 1998 und daher die Einkommen logischerweise sinken", sagt Wieser. "Aber ändert das irgendetwas an der Situation, in der sich die Menschen befinden? Und es ist ja nicht gerade so, dass es ein Naturgesetz wäre, dass die Zahl der Teilzeitarbeitsplätze und anderer prekärer Beschäftigungsformen steigt. Außerdem haben viele Betroffene gar keine andere Wahl, als solche Jobs anzunehmen."

Trendumkehr für 2015

Wieser fordert eine "Trendumkehr" für 2015. "Der erste Schritt muss die Lohnsteuerreform sein, die nach den Vorstellungen von ÖGB und AK den ArbeitnehmerInnen 5,9 Milliarden Euro Entlastung bringt. Gerade den Menschen mit niedrigen Einkommen würde der niedrigere Eingangssteuerssatz und eine höhere Negativsteuer spürbar mehr Geld bringen."

Weiters darf es keinen Kollektivvertrag mehr geben, der einen Mindestlohn von unter 1.500 Euro ausweist. Die ArbeitnehmerInnen sollen für ihre erbrachten Leistungen faire Löhne und Gehälter bekommen. "ArbeitnehmerInnen verdienen ein Einkommen, von dem sie auch leben können."

Konkrete Maßnahmen sieht Wieser für 2015 in der Einführung des Überstunden-Euro, der zweckgebunden in gesündere Arbeitsplätze investiert werden muss. Außerdem sollen die auch vom Rechnungshof kritisierten Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen offensiver bekämpft werden. Dafür müssen zum Beispiel die noch vorhandenen Lücken in der Kinderbetreuung geschlossen werden. "Wir müssen weniger Überstunden machen, damit Arbeit gerechter verteilt wird. Und mehr Kinderbetreuung bringt vor allem Frauen eine echte Wahlmöglichkeit, ob sie Vollzeit oder Teilzeit arbeiten wollen."

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