RH-Bericht bestätigt: Realeinkommen steigen

WKÖ: Effekte des steigenden Teilzeitanteils dürfen Blick auf Einkommensentwicklung nicht verzerren - Beschäftigungsrekord durch Anreize für die Betriebe absichern

Wien (OTS/PWK926) - "Der aktuelle Rechnungshof-Einkommensbericht darf nicht zur Fehlinterpretation verleiten, dass in Österreich die Realeinkommen generell sinken", betont Martin Gleitsmann, Leiter der sozialpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). "Eine differenzierte Betrachtung der Zahlen zeigt: In Österreich haben sowohl Teilzeit-, als auch Vollzeiteinkommen zulegen können".

Zunächst sind in Österreich etwa 98% der Arbeitnehmer von Kollektivverträgen erfasst, ein internationaler Spitzenwert. Da praktisch alle Kollektivvertragsabschlüsse der letzten 15 Jahre über der Inflationsrate lagen, sind die Vollzeiteinkommen ebenso wie die Teilzeiteinkommen im geprüften Zeitraum real gestiegen.

Den Widerspruch, dass der Rechnungshofbericht statistisch dennoch real sinkende oder stagnierende Einkommen ausweist, erklärt der Bericht selbst (Seite 20): "Wenn beispielsweise die Anzahl der Personen, die während des Jahres nur wenige Wochen oder Monate beschäftigt sind, zunimmt, sinkt das gemessene mittlere Jahreseinkommen, selbst wenn die Monats- bzw. Stundenverdienste völlig konstant bleiben."

Nun verzeichnet Österreich bekanntlich trotz der Krise 2008/09 und der schwachen Konjunktur eine Rekordbeschäftigung - bei Vollzeit- UND Teilzeitjobs. Freilich ist der Anteil der Teilzeit- und geringfügigen Jobs viel höher als 1998, dem Ausgangspunkt des Einkommensberichts. Die Zunahme an Teilzeiteinkommen erhöht zwar den Wohlstand, dämpft aber statistisch nicht nur den Durchschnittswert, sondern trägt auch zur Einkommensschere zwischen Mann und Frau und zwischen höheren und niedrigeren Einkommen bei.

Bereinigt um diesen Effekt, stellt der Bericht (Seite 28) fest:
"Ganzjährig Vollzeitbeschäftigte können in der Beobachtungsperiode 2004 bis 2013 auch nach Berücksichtigung der Inflation im Mittel einen realen Zuwachs der Bruttojahreseinkommen von 5 % erzielen (Frauen 8 %, Männer 3 %)." Fraueneinkommen stiegen somit stärker als Männereinkommen.

"Klarerweise hat die Finanz- und Wirtschaftskrise den Einkommenszuwachs in fast allen Bereichen gedämpft. Unsere Unternehmen halten und schaffen dennoch weiterhin Beschäftigung auf Rekordniveau, wie die Statistiken Monat für Monat zeigen. Damit sie dies auch weiterhin tun können, brauchen wir jetzt aber dringend Investitionsanreize und bürokratische Erleichterungen", fordert Gleitsmann. (PM)

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