Das Maß ist voll - 40 Jahre Nichtstun sind zu viel

aktion leben zu 40 Jahre Fristenregelung

Wien (OTS) - Anlässlich 40 Jahre Fristenregelung am 1. Jänner 2015 fordert aktion leben die Politiker und Politikerinnen auf, den Tatsachen endlich ins Auge zu schauen: "Es ist untragbar, dass wir in Österreich noch immer nicht wissen, wie viele Schwangerschaftsabbrüche es jährlich gibt, wie sich die Zahl der Abbrüche entwickelt hat und aus welchen Gründen sich Frauen für oder gegen ihre Kinder entscheiden", sagt Dr. Gertraude Steindl, Präsidentin der aktion leben österreich.

Als die SPÖ die Fristenregelung beschloss, erklärten viele Parteimitglieder - allen voran der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky - es ginge ihnen vor allem darum, die "erschreckend hohe Zahl der Abtreibungen" zu senken. "Bis heute sind das leere Worte, denn es ist vor allem die SPÖ, die die Einführung einer anonymen Abbruch-Statistik und Motivenerhebung seit Jahrzehnten blockiert", erinnert Steindl.

Zu wenig Engagement der Parteien

Doch auch die anderen Parteien zeigten zu wenig Engagement, um endlich Zahlen zum Schwangerschaftsabbruch zu erhalten. "Österreich ist neben Luxemburg das einzige Land in Europa, das über keine Zahlen zum Schwangerschaftsabbruch verfügt", stellt die aktion leben-Präsidentin klar.
Leidtragende dieses Desinteresses seien neben den Kindern die Frauen:
"Sie bleiben mit ihren Problemen allein. Wir wissen, dass viele Abbrüche nicht stattfinden würden, hätte es ausreichend Aufklärung -also Prävention - sowie konkrete Unterstützung im Fall einer ungeplanten Schwangerschaft gegeben."

Weniger Abbrüche: Jede Anstrengung wert!

"Keine Frau wünscht sich einen Abbruch. Es ist daher jede Anstrengung wert, einer Frau und einem ungeborenen Kind einen Abbruch zu ersparen", betont die aktion leben-Präsidentin. Deshalb sei ein beständiges Aktualisieren flankierender Maßnahmen nötig: "Nur, wie soll das gehen, wenn wir über keine seriöse Grundlage verfügen, anhand derer geprüft werden kann, was Frauen und Männer brauchen, um sich Elternschaft zuzutrauen?" Und: "Es fehlt das klare Bekenntnis der Politikerinnen und Politiker, die Zahl von Abbrüchen möglichst gering zu halten", stellt die Präsidentin der aktion leben fest. "Wir werden jedoch niemals aufhören, dieses Bekenntnis einzumahnen."

Parlamentarische Bürgerinitiative "Fakten helfen!"

Um sachlich und auf der Basis von Fakten über das Thema reden zu können, initiierte aktion leben die Parlamentarische Bürgerinitiative "Fakten helfen!". Mit "Fakten helfen!" sammelt aktion leben bis 30. März 2015 Unterschriften für

  • die bundesweite anonymisierte Statistik über Schwangerschaftsabbrüche und deren jährliche Veröffentlichung sowie
  • die regelmäßige wissenschaftliche und anonyme Erforschung der Gründe für Schwangerschaftsabbrüche als Basis für Prävention und bedarfsgerechte Hilfen.

Alle Informationen unter www.fakten-helfen.at.

Rückfragen & Kontakt:

aktion leben österreich
Mag. Martina Kronthaler
Tel.: 01/512 52 21-16
E-Mail: martina.kronthaler@aktionleben.at

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