Fortsetzung der Greenpeace-Testreihe: Kein Dioxin in Kärntner Milchprodukten

HCB-Werte in Milchprodukten wieder erhöht - Produkte jedoch nicht mehr im Handel

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace veröffentlichte heute weitere Test-Ergebnisse von Milchproduktproben, die auf HCB und weitere Umweltgifte wie Dioxin und Polychlorierte Biphenyle (PCB) untersucht wurden. Das von Greenpeace beauftragte Umweltbundesamt hat laut heute final bestätigtem Prüfbericht in allen sechs Milchproduktproben geringe Spuren an Dioxin-ähnlichen sowie an nicht-Dioxin-ähnlichen PCBs gefunden. Dioxine selbst waren in keiner Probe nachweisbar. "Die gefundenen PCB-Mengen in den Kärntner Milchproben sind in der Größenordnung der üblichen Hintergrundbelastung in Europa und stellen kein unmittelbares gesundheitliches Risiko dar", interpretiert Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster die vorliegenden Ergebnisse, "wir können uns daher im Görtschitztal auf das Hauptproblem HCB konzentrieren."

Bei einem Ende November im Handel gekauften Bröseltopfen der Sonnenalm-Molkerei wurde im Labor eine HCB-Grenzwertüberschreitung festgestellt. Auch die beiden Rohmilch-Proben enthielten 35 bzw. 27 Mikrogramm HCB pro Kilogramm, was einer 3 bzw. 2,5-fachen Grenzwertüberschreitung bei Berücksichtigung des Fettgehaltes entspricht. Beim Sonnenalm-Gervais lag die HCB-Konzentration bei 75 Prozent des Grenzwertes. Der getestete Bröseltopfen enthielt 65 Mikrogramm HCB pro Kilogramm. Bei einem festgestellten Fettgehalt von 24 Prozent ist das eine Überschreitung des zulässigen Grenzwertes um knapp zehn Prozent vor Abzug der maximal möglichen Messunsicherheit nach unten. Da die Sonnenalm die Produktion derzeit stillgelegt hat und alle Produkte aus den Regalen nehmen ließ, gibt es das getestete Produkt nicht mehr im Handel. Auch die Rohmilchproben stammen von Bauern, deren Milch zum Zeitpunkt der Probenahme bereits von Amts wegen vernichtet wurde. In der Sonnenalm-Ziegenmilch wurde kein HCB bestimmt, auch PCBs wurden nur in sehr geringer Menge festgestellt. Die nun vorliegenden Ergebnisse stammen von weiteren Proben, die zeitgleich mit jenen Produkten gekauft wurden, bei denen bereits Anfang Dezember eine Überschreitung des HCB-Grenzwertes festgestellt wurde.

Die gefundenen Werte an Dioxin-ähnlichen PCBs in den Milchprodukten liegen zwischen 0,13 und 0,69 Pikogramm pro Kilogramm (pg/kg) Milchfett, üblicherweise werden Werte bis 0,8 pg/kg als Hintergrundbelastung interpretiert. Die Konzentrationen an nicht-Dioxin-ähnlichen PCBs betragen zwischen 1,46 und 4,72 Nanogramm pro Kilogramm (ng/kg), wobei der Grenzwert bei 40 ng/kg liegt. Diese Umweltgifte sind in den meisten Milchproben analytisch nachweisbar. "Das liegt einerseits daran, dass Dioxine und PCBs überall in der Umwelt in kleinsten Konzentrationen vorkommen, andererseits auch an der perfekten Analytik für diese Gifte", erklärt Schuster. Dioxine und Dioxin-ähnliche PCBs können bereits in Konzentrationen von unter einem Pikogramm pro Kilogramm gemessen werden, das ist ein Millionstel eines Mikrogramms. Im Vergleich dazu beträgt die Nachweisgrenze von HCB in Milch ein Mikrogramm pro Kilogramm.

Außerdem hat Greenpeace heute weitere Ergebnisse von der LVA Ges.m.b.H. bekommen. Kürbiskerne aus einem Hausgarten in Wieting enthielten 21 Mikrogramm HCB pro Kilogramm (Grenzwert für Öl-Kürbisse: 50 mg/kg), in einem Maiwipfelsirup aus dem Jahr 2013 konnte kein HCB nachgewiesen werden.

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Chemiker bei Greenpeace CEE in Österreich
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Melanie Aldrian
Pressesprecherin bei Greenpeace CEE in Österreich
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