Tsunami: 10 Jahre danach - Bilanz des größten Nothilfeprogramms in der Geschichte von SOS-Kinderdorf

Sechs neue SOS-Kinderdörfer, Wiederaufbau von 2.200 Häusern, Notunterkünfte, Kindertagesstätten , Mehrzweckzentren und Fischerboote für Tausende Familien.

Innsbruck/Wien (OTS) - Innsbruck/Wien (22.12.2014).-Am 26.12.2004 wurde die Küstenregion des Indischen Ozeans von einem verheerenden Tsunami getroffen. Die Flutwellen zerstörten ganze Uferstriche und rissen komplette Dörfer mit sich. Es starben 230.000 Menschen in elf Ländern, ein Drittel der Toten, so UNICEF, waren Kinder. Dank ihrer langjährigen Präsenz in den betroffenen Ländern konnte SOS-Kinderdorf schnelle und umfassende Hilfe leisten und startete das größte Nothilfe- und Wiederaufbauprogramm seiner Geschichte. 18 nationale SOS-Kinderdorf-Vereine erhielten dafür Euro 55,3 Mio. an Tsunami-Spenden. Damit konnte SOS-Kinderdorf den Kindern und Familien in den Tsunami-Gebieten nachhaltig helfen - mit rascher Soforthilfe und langfristigen Projekten in Indien, Indonesien, Sri Lanka und Thailand.

8,5 Mio Euro Spenden für die Tsunami Hilfe aus Österreich

Die österreichische Bevölkerung, Privatwirtschaft und öffentliche Hand unterstützten die Aufrufe von SOS-Kinderdorf Österreich in großartiger Weise: 13.000 Tsunami-Paten, viele Spenderinnen und Spender, Unternehmen und öffentliche Stellen (u.a. Tirol und Steiermark sowie Innsbruck und Graz) spendeten Euro 8,5 Mio. für Projekte in Sri Lanka, Indonesien, Indien und Thailand.

Neben rascher Soforthilfe wurde der Wiederaufbau zerstörter Fischerdörfer, von Gemeinde- und Sozialzentren sowie Kindergärten unterstützt und der Bau dreier neuer SOS-Kinderdörfer (von insgesamt sechs) mitfinanziert. Am 24. Jänner 2009 wurde das neue SOS-Kinderdorf in Phuket/Thailand eröffnet. "Es ist ein Symbol für die internationale Solidarität. Dort, wo neben so vielen Einheimischen auch hunderte Touristen in den Fluten umgekommen sind, konnte mit Spenden aus Österreich, Deutschland, Schweden, der Schweiz und Luxemburg ein neues Zuhause für mehrere Generationen von Kindern geschaffen werden", berichtet Christian Moser, Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf Österreich und ergänzt: "Durch gute Planung und Koordination ist auch die Finanzierung des laufenden Betriebs aller Tsunami-Projekte auf Jahre gesichert, da Spenden für Unterhaltskosten zweckgebunden wurden."

In Sri Lanka hat SOS-Kinderdorf Österreich den Wiederaufbau zweier völlig zerstörter Fischerdörfer in Kayankerni (264 Häuser) und Komari (677 Häuser) unterstützt. Die Arbeit dort war besonders schwierig:
Politische, teils blutige Auseinandersetzungen, Grundstücks- und Interessenskonflikte, sich ständig ändernde gesetzliche Auflagen, haben die Arbeit vor Ort extrem gefährdet und verzögert. Trotzdem konnte SOS-Kinderdorf vielen Familien nachhaltig helfen und leistete neben dem Wiederaufbau der Häuser einen wesentlichen Beitrag zur Wiederherstellung der Infrastruktur (Verkehrswege, Kanalisation, Wasser, Strom). Betroffene bekamen neue Boote, Netze oder finanzielle Starthilfe für den Aufbau einer neuen Existenz. Neun Sozialzentren, sechs Kindertagesstätten und drei Familienstärkungsprogramme mit Fokus auf Ernährung, Gesundheit, Ausbildung und pädagogische Begleitung wurden ins Leben gerufen. Das Wiederaufbauprogramm in Kayankerni und Komari wurde mit 31.12.2013 beendet und erfolgreich an die lokalen Gemeinden übergeben.

"Wir haben gehalten, was wir versprochen haben", sagt Divakar Ratnadurai, stellvertretender Direktor und Nothilfekoordinator von SOS-Kinderdorf in Sri Lanka. "Man kann den Verlust geliebter Menschen nie wettmachen, aber die materiellen Verluste so gut es geht ersetzen und nachhaltige soziale Projekte anstoßen!" Und diese Arbeit trägt Früchte: Kinder erhalten nun wieder gute Schulbildung. Mädchen dürfen sich, anstatt im Alter von 14 Jahren verheiratet zu werden, auf die Reifeprüfung vorbereiten. Bildung schützt Mädchen auch vor Missbrauch, dem sie bisher durch Touristen oft schutzlos ausgeliefert waren. Auch verbesserte Hygienestandards tragen zur positiven Entwicklung bei.

Die Gesamtbilanz 10 Jahre nach dem Tsunami

Sowohl die Soforthilfe als auch die neu ins Leben gerufenen Projekte haben die Regionen nachhaltig geprägt und tragen zur Verbesserung der Lebenssituation vor Ort bei. Kinder haben ein neues Zuhause gefunden und wurden mit Umsicht dabei unterstützt, ihre traumatischen Erlebnisse besser zu verarbeiten. Familien, die auseinandergerissen wurden, können wieder ein eigenständiges Leben führen und sind wieder in der Lage für ihre Familie zu sorgen und sie zu ernähren. Es war ein langer, steiniger Weg durch die letzten zehn Jahre. Auch wenn die Bilder der Verwüstung noch lange in den Köpfen sind, haben inzwischen Hoffnung und Zuversicht wieder ihren Platz gefunden.

Fotos (honorarfrei): http://www.sos-kinderdorf.at/tsunami10
1-4) Verwüstung, Übergangshäuser in Kayankerny und Übergabe Fischerboote;
5-8) Neues Zuhause, neue Hoffnung und Zukunft für Tausende Kinder und Familien.

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Viktor Trager, SOS-Kinderdorf/Presse (Innsbruck), Tel. 0676/88144201, viktor.trager@sos-kd.org

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