E-Control: Stabile Stromnetzentgelte für Haushalte im kommenden Jahr

Regulator beschließt durchschnittlich stabile Stromnetzentgelte für das neue Jahr trotz massiver Investitionen der Netzbetreiber

Wien (OTS) - Die endgültigen Stromnetzentgelte für das kommende Jahr stehen fest. So bleiben die Netzentgelte Strom für das kommende Jahr stabil, es kommt zu einer marginalen Steigerung um 0,26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wo es eine durchschnittliche Senkung der Netzentgelte im Österreich-Schnitt für Haushalte um 1,8 Prozent gegeben hat. Das wurde am Mittwoch, 18. Dezember, von der Regulierungskommission der E-Control beschlossen. Grund für diese Entwicklung sind sowohl Investitionskosten als auch Strommengenveränderungen.

Größte Senkungen in Niederösterreich, Oberösterreich und Linz; Steigerung in der Steiermark, Wien und Klagenfurt

Ein Großteil der Stromnetztarifsenkung für Haushalte (absolut gesehen) entfällt auf den Netzbereich Niederösterreich mit 3,4 Millionen Euro (minus 2,8 Prozent), gefolgt von Oberösterreich mit 3,2 Millionen (ebenso minus 2,8 Prozent) und Linz mit 3 Millionen (minus 9,5 Prozent). "Jeder Linzer Haushalt spart sich durch die Tarifsenkung um die 17 Euro pro Jahr.", nennt Martin Graf, Vorstand der Regulierungsbehörde E-Control, ein Beispiel für die konkrete Auswirkung. Im Netzbereich Klagenfurt dagegen werden die Stromnetzentgelte für Haushalte um 6,3 Prozent steigen. Die Erhöhungen in Wien mit 2,9 Prozent und in der Steiermark mit 5,5 Prozent lassen sich hauptsächlich auf die Anwendung des gesetzlich vorgeschriebenen Regulierungskontos (Aufrollung von Mindererlösen in der Vergangenheit) sowie deutlich verstärkter Investitionstätigkeit in die Stromnetze zur Aufrechterhaltung der sehr hohen Versorgungsqualität zurückführen. Die Netzentgelte werden jährlich vom Energieregulator festgelegt. Rund ein Drittel der Stromrechnung für Haushaltskunden entfällt auf die Stromnetzgebühren, den Rest machen Energiepreis sowie Steuern und Abgaben aus. "Da die Netzkosten ja nur rund ein Drittel der Gesamtkosten ausmachen, wird die Erhöhung nur einen geringeren Effekt auf die Gesamtrechnung aufweisen.", so Martin Graf.

633 Millionen Euro pro Jahr weniger an Netzentgelte seit Liberalisierung

Für sämtliche Stromkunden (Haushalte, Industrie und Gewerbe) steigen über alle Netzebenen die Stromnetzentgelte im Österreich-Schnitt um 0,33 Prozent. Die gesamte Steigerung für sämtliche Stromkunden beträgt somit rund 5,3 Millionen Euro pro Jahr. "Obwohl heuer nur bedingt Entgeltsenkungen durchführbar waren, zahlen seit der Liberalisierung des Strommarktes und der damit einhergehenden Regulierung der Stromnetze alle Stromkunden in Österreich dennoch jährlich rund 633 Millionen Euro weniger an Netzgebühren als noch auf Basis der Entgelte aus 2001 - und dies ohne Berücksichtigung der Inflation.", betont Martin Graf.

Massiver Anstieg der Investitionen

Positiv zu sehen ist die relativ stabile Entwicklung der Entgelte auch vor dem Hintergrund, dass in den Jahren 2012 und 2013 mehr investiert wurde als in den letzten 20 Jahren zuvor. So sind diese Investitionen mit rund 750 Millionen Euro pro Jahr mehr als doppelt so hoch wie in den Anfangsjahren der Regulierung zwischen 2001 und 2004. "Somit bietet das aktuelle Regulierungsregime offenbar ausreichend Investitionsanreize, aber auch Kostenvorgaben für die Netzbetreiber, die dazu führen, dass die Unternehmen zwar notwendige Investitionen tätigen können, aber gleichzeitig die Netzkunden nicht massiv zusätzlich belastet werden." zeigt sich Graf erfreut.

Systemdienstleistungsentgelt für Erzeuger steigt wegen Regelreservekosten

Weniger Erfreuliches gibt es für Erzeuger zu vermelden: Die Kosten für Regelreserve, die für die Stabilität des Stromnetzes notwendig ist und Stromerzeugung und -verbrauch zu jedem Zeitpunkt in Balance hält, erhöhten sich in den vergangenen Jahren laufend. Diese Kostensteigerungen bedingen eine deutliche Erhöhung des Systemdienstleistungsentgelts für Erzeuger mit einer Anschlussleistung von mehr als fünf Megawatt ab 1.1.2015. Diese Erhöhung hat allerdings keine direkten Auswirkungen auf die Stromkunden.

Durch vom Regulator gesetzte Maßnahmen zur Erhöhung der Liquidität am Regelreservemarkt konnten die Kosten um über 30 Millionen Euro verringert werden; allerdings wurde diese Einsparung durch andere Entwicklungen überlagert. Weitere kostendämmende Maßnahmen sind in Zusammenarbeit mit den Marktteilnehmern in Planung beziehungsweise werden gerade implementiert. Mit der vorliegenden Novelle wird das begünstigte Netznutzungsentgelt für Regelreserveanbieter auf die Netzebenen 4 bis 6 ausgedehnt, was zusätzliche Anbieter auf den Regelenergiemarkt bringen soll. Weiteres wird mit den gleichzeitig mit Strom in Kraft tretenden Gas-Systemnutzungsentgelten erstmals ein vermindertes Entgelt für Gasendverbraucher, welche am Strom-Regelreservemarkt teilnehmen, verordnet. Dieses Entgelt soll Gasverbraucher dazu motivieren, Regelreserve anzubieten und somit die Liquidität der Strom-Regelreservemärkte erhöhen. Zusätzlich soll im Jahr 2015 eine Verbesserung der Prognosen von Winderzeugung zu einer Reduktion der benötigten Mengen und damit Kosten führen.

Immer mehr wechseln Anbieter

Wie viel ein Konsument bei seiner Stromrechnung für Netze sowie Steuern und Abgaben bezahlt, kann er nicht direkt beeinflussen. Wie viel er für den Strom selbst (den Energiepreis) zahlt, aber sehr wohl. Denn seinen Stromlieferanten kann jeder Kunde selbst wählen und zu einem billigeren wechseln. "Immer mehr Menschen tun das auch und wechseln ihren Anbieter", betont Vorstand Graf mit Blick auf die gestiegenen Wechselzahlen im heurigen Jahr. Der Wechsel des Stromanbieters spart einem Durchschnittshaushalt aktuell bis zu knapp 200 Euro. Der Wechsel des Gaslieferanten sogar rund 300 Euro. Mit dem Tarifkalkulator der E-Control
(www.e-control.at/tarifkalkulator) kann innerhalb weniger Minuten der günstigste Strom- und Gaslieferant gefunden werden. Danach einfach den neuen Lieferanten auswählen, Formular ausfüllen und absenden -den Rest erledigt der neue Anbieter.

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