Neues Volksblatt: "Wartezeit" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 19. Dezember 2014

Linz (OTS) - Es gibt also keinen Weihnachtsfrieden zwischen den Spitalsärzten und dem Land Oberösterreich. Die Ärztekammer hat entschieden, Dienst nach Vorschrift zu empfehlen, damit wird mit 1. Jänner das Arbeitszeitgesetz umgesetzt. Für den einzelnen Arzt wird dies persönlich durchaus negative Folgen haben, denn auch die Krankenhausleitung wird dadurch zum "Dienstplan" nach Vorschrift genötigt, Einschränkungen bei den Urlaubsgenehmigungen scheinen eine logische Folge und auch finanziell wird es sich für Turnus- und Oberärzte auswirken. Wir Patienten sollen uns mit Jahreswechsel auf längere Wartezeiten einstellen, so die Ärztevertreter. Not- und Akutfälle seien auf jeden Fall nicht betroffen.
Es scheint, dass es durch diese Entscheidung also nur Verlierer gibt, eine Loose-Loose-Situation. Und auch für künftige Verhandlungen sind solche Eskalationen gefährlich, denn tritt das prophezeite Chaos nicht ein, wird die Bereitschaft des Landes zu einem teuren Kompromiss klein sein. Und tritt das Chaos ein, wird wohl die Schuldfrage die Gespräche belasten. Ja, Protestmaßnahmen machen solche Verhandlungen nicht unbedingt einfacher.
Aber gerade zu Weihnachten kann man sich etwas wünschen und kommt ein neues Jahr, wird vielleicht auch neuer Schwung kommen - längere Wartezeiten kann man übrigens täglich mit der Lektüre des Neuen Volksblattes sinnvoll überbrücken.

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