Goldener AUVA-Pflegepreis Wien: Mirsada Divovic aus der Donaustadt erhält 2014 Ehrenpreis

Offizielle Ehrung am 18.12., 14 Uhr, Wiener Rathaus

Wien (OTS) - Mirsada Divovic ist die zweite Wienerin, die einen AUVA-Pflegepreis in Gold erhält. Sie betreut ihren komplett gelähmten Mann in der höchsten Pflegestufe nach einem Leitersturz auf einer Baustelle seit 1997 vorbildlich zu Hause und hat ihr Leben ganz dieser Aufgabe gewidmet. Mit ausschlaggebend für die Vergabe eines "Goldenen" war die Länge der Pflegezeit - den AUVA-Pflegepreis selbst hatte sie schon 2002 bekommen. Als Dank und Anerkennung für ihre selbstlose Hingabe erhält Mirsada Divovic den AUVA-Pflegepreis 2014 in Gold für Wien.

Im Namen von Bürgermeister Dr. Michael Häupl und der Stadträtin für Gesundheit und Soziales, Mag. Sonja Wehsely, bedankten sich KommR Kurt Wagner, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Gesundheits-und Sozialausschusses, und Mag. Friederike Lackenbauer, Direktorin der AUVA-Landesstelle Wien. Sie gratulieren am Donnerstag, dem 18. Dezember, um 14 Uhr im Steinsaal 2 des Wiener Rathauses. Rudolf Silvan, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz und Vorsitzender des Landesstellenausschusses der AUVA-Landesstelle Wien, und KommR Christian Moser - als Vertreter der Wirtschaftskammer Wien - übergaben die Sachpreise.

Unter den Gratulanten waren neben Familie und Freunden KR Ingrid Schubert, Landtagsabgeordnete und Gemeinderätin - in Vertretung von Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy -, Karl Gasta, Bezirksvorsteher-Stellvertreter 22. Bezirk, Oberin Gabriele Allmer, Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft - in Vertretung von Dr. Sigrid Pilz - ,Manfred Schweizer, Obmann des Verbandes für Querschnittgelähmte Österreich, 2. AUVA-Obmann-Stv. Kammerrat Werner Gohm, Dir. Mag. Alexander Bernart, AUVA, Dir.-Stv. Mag. Reinhard Minixhofer, AUVA-Landesstelle Wien und Dr. Dieter Eschberger, Jurymitglied und Chefarzt der AUVA-Landesstelle Wien.

Das Leben in Österreich hatten sich Mirsada (52 Jahre) und Semir Divovic (47 Jahre) anders vorgestellt. Nach dem Krieg in Bosnien wollten sie neu anfangen, sich gemeinsam eine sichere Existenz aufbauen. Semir Divovic hatte Elektrotechnik gelernt, der Krieg machte ihn zum Soldaten - zuletzt war er bei der UNHCR-Truppe. Ende 1995 kam Semir Divovic nach Österreich und begann eine Elektrofirma aufzubauen.

Weil sein Arbeiter nicht gekommen war, kletterte er bei einem Montageauftrag am 2. April 1996 selbst auf die Leiter, stürzte ab, brach und verrenkte sich zwei Halswirbel. Nach einem Jahr Behandlung und Rehabilitation kam er im Juni 1997 mit einer hohen Tetraplegie nach Hause: er kann zwar die Schulter leicht bewegen, Arme, Hände, Beine, Blase und Darm sind gelähmt, die Atemmuskulatur funktioniert nur teilweise - höchste Pflegestufe 7.

Mirsada und Semir sind seit 1989 ein Paar und haben 1997 geheiratet. Sie vollendete ihr Jusstudium in Bosnien, kam Anfang 1993 nach Wien und begann als Rechtspraktikantin zu arbeiten. Vor vierzehn Jahren hat sie den Beruf aufgegeben, um ausreichend Zeit für ihren Mann zu haben. Unterstützt wird die Donaustädterin in dringenden Fällen von Pflegekräften.

Die kleine Startwohnung war für die Pflege eines Behinderten nicht geeignet. Die 1997 bezogene Genossenschaftswohnung im 22. Bezirk ist rollstuhltauglich und enthält alle Geräte und Hilfsmittel, die zur Bewältigung des Alltags benötigt werden.

An ihrem Mann bewundert Mirsada Divovic die psychische Stärke, mit der er seine Krisen meistert. Stolz ist sie, wie sie das Leben gemeinsam bewältigen. Semir hat ein neues Hobby: den Computer. Mit Hilfe einer Holzverlängerung und einem Handschuh und Training mit dem Ergotherapeuten kann er die Mauskugel mit dem Mund bewegen. Ein lang gehegter Wunsch nach einem gemeinsamen Kind hat sich nicht erfüllt.

"Wir sind ein gut eingespieltes Paar, es geht uns gut und wir sind gesund - eigentlich bin ich wunschlos glücklich", erzählt Mirsada Divovic. Seit dem ersten Pflegepreis 2002 hat sich nicht viel geändert, sie ist 24 Stunden lang mit der Pflege ihres Mannes beschäftigt. Diesen November hat sich die 52-Jährige einer Hüft-OP unterzogen, mit der sie sehr zufrieden ist - obwohl sie sich noch schonen muss. Sie wünscht sich weiter viel Gesundheit für ihren Semir und viele gemeinsame Jahre.

Die AUVA hat Familie Divovic seit 1997 bei der sozialen Rehabilitation (Wohnungsadaptierung, Auto, etc.) finanziell und mit Hilfsmittel (Roll-, Duschstuhl, Hebelifter, Stehtisch, Motomed, Hygieneartikel, etc.) unterstützt.

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Gabriela Würth
Öffentlichkeitsarbeit der AUVA-Landesstelle Wien
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