WKÖ-Gleitsmann zu internationalem Tag der Migration: Gesundheit stärker in den Fokus rücken

Wirtschaftskammer plant 2015 Arbeitsschwerpunkt - Gesamtstrategie für das Thema Migration und Gesundheit entwickeln

Wien (OTS/PWK919) - In Österreich leben mehr als 1,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund (das sind 19,4% der Bevölkerung) und bilden einen wichtigen Bestandteil der österreichischen Gesellschaft. "Allerdings wurde bis jetzt der Fokus zu wenig auf das Thema Migration und Gesundheit gelegt. Der Wirtschaft geht es dabei nicht nur um die Gewinnung von Arbeitskräften, sondern sie übernimmt auch die soziale Verantwortung für die ZuwandererInnen, indem sie sich für deren Gesundheit einsetzt. Deshalb wird die Wirtschaftskammer Österreich hier 2015 einen Arbeitsschwerpunkt legen", so Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit in der WKÖ.

Barrieren abbauen und Zugang zum Gesundheitssystem verbessern Barrieren wie sprachliche Schwierigkeiten, aber auch Hemmschwellen, medizinische Angebote in Anspruch zu nehmen, verursachen vielfach Unter-, Über- und Fehlversorgung von MigrantInnen. Dies verursacht erhebliche Mehrkosten für das österreichische Gesundheits- und Sozialsystem. Untersuchungen zeigen, dass MigrantInnen weniger präventive Gesundheitsleistungen, wie z.B. Mammographie, Krebsabstriche oder Kontrollarztbesuche, nutzen, die Durchimpfungsrate bzw. der aufrechte Impfschutz geringer ist und einige MigrantInnengruppen eine Prävalenz von Risikofaktoren wie Übergewicht und Rauchen aufweisen. Gleitsmann: "Es gilt daher, diese Barrieren rasch abzubauen und den Zugang von MigrantInnen zu unserem Gesundheitssystem zu verbessern. Ziel muss es sein, gesundheitliche Chancengerechtigkeit herzustellen."

WKÖ fordert eine Gesamtstrategie für das Thema Migration und Gesundheit "In Österreich gibt es bereits einige sehr erfolgreiche Projekte wie zum Beispiel das Projekt "MiMi GesundheitslotsInnen" der Volkshilfe Wien, das die WKÖ von Anfang an aktiv unterstützt hat. Jetzt müssen wir von einzelnen Erfolgsbeispielen zu einer Gesamtstrategie für Migration und Gesundheit kommen", fordert Gleitsmann und verweist in diesem Zusammenhang auf die Schweiz, wo dies bereits erfolgreich implementiert wurde.

Die WKÖ fordert unterstützende Maßnahmen, die die Gesundheitskompetenz und Eigenverantwortung von MigrantInnen stärken, und eine Etablierung von einem Bewusstsein für Vielfalt in den Organisationen bzw. Angeboten. "Wichtig dabei ist, dass keine Parallelstrukturen geschaffen werden, sondern Menschen mit Migrationshintergrund durch aktive Unterstützung mit dem Gesundheitssystem vertraut gemacht werden. Die WKÖ ist hier auch selbst aktiv und hat gemeinsam mit der WKW und SVA eine mehrsprachige Informationskampagne zu den Themen Gesundheit und Sozialversicherung für UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund initiiert. 2015 legen wir einen besonderen Fokus auf diesen Bereich und laden alle Akteurinnen und Akteure dazu ein, gemeinsam mit uns am Ziel einer besseren Gesundheit für Alle mitzuarbeiten", kündigt Gleitsmann an. (PM)

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Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
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