Sonntagsöffnung in Wien: GPA-djp plant Urabstimmung unter betroffenen Handelsbeschäftigten

IFES-Befragung zeigt überwältigende Mehrheit für Ablehnung der Sonntagsarbeit

Wien (OTS/ÖGB) - Die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) plant im ersten Quartal des Jahres 2015 eine groß angelegte Urabstimmung unter den betroffenen Wiener Handelsbeschäftigten. "Wir sind überzeugt, dass damit alle Zweifel über die Haltung der Wiener Handelsangestellten betreffend die Sonntagsarbeit ein für alle Mal vom Tisch sein werden", so die Regionalgeschäftsführerin der GPA-djp-Wien, Barbara Teiber. ++++

Anlass für die neue aufgeflammte Diskussion ist der Vorstoß der Wiener Wirtschaftskammer für die Einrichtung von Tourismuszonen in Wien. "Nach erster Analyse der Befragungsergebnisse haben lediglich knapp über 10 Prozent der Wiener Unternehmen für eine Tourismuszonen gestimmt. Das Ergebnis ist weder überraschend noch ist es Anlass, die bisherige gewerkschaftliche Position zu verändern. Für die GPA-djp stehen die Interessen der Wiener Handelsangestellten im Zentrum. Deren Haltung ist für uns relevanter als die eines Installateurs in Floridsdorf oder eines IT-Technikers aus Liesing, ohne deren Meinung deshalb abwerten zu wollen", so Teiber.

Klare Ablehnung der Sonntagsarbeit

Die GPA-djp hat erst kürzlich die Handelsangestellten in der Wiener Innenstadt und der Inneren Mariahilfer Straße zur Sonntagsöffnung befragt. Dabei hat sich eine überwältigende Mehrheit gegen die Öffnung der Betriebe an Sonntagen ausgesprochen. Von 5.593 Befragten haben 94,3 Prozent gegen eine Sonntagsöffnung gestimmt.

Das Meinungsforschungsinstituts IFES hat nunmehr im Auftrag der GPA-djp eine telefonische Befragung von 800 Angestellten im Einzelhandel in Wien durchgeführt.

Insgesamt gaben 87 Prozent der Befragten an, an Sonntagen nicht arbeiten zu wollen. "Diese sehr eindeutigen Ergebnisse zeigen, dass der Wiener Handel im Falle einer Sonntagsöffnung Probleme hätte, im ausreichendem Maße Beschäftigte zu finden, die bereit sind, an Sonntagen zu arbeiten", so Georg Michenthaler vom Meinungsforschungsinstitut IFES.

"Für uns bleiben selbstverständlich die Interessen der betroffenen Handelsangestellten im Zentrum aller Verhandlungen und wir gehen davon aus, dass auch eine Entscheidungen der Stadt Wien nicht über die Köpfe der Wiener Handelsangestellten hinweg getroffen wird", so der Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp Franz Georg Brantner. Brantner verwies auch darauf, dass es internationale Trends wieder weg von der Sonntagsöffnung im Handel gebe.

Bislang keine Sozialpartnerverhandlungen

"Von jenen Teilen der Wiener Wirtschaft, die diese Frage unmittelbar betrifft, weil sie unser Ansprech- und Verhandlungspartner sind, nämlich von der Sparte Handel der Wiener Wirtschaftskammer, gibt es bis zur Stunde keine Aufforderung an die GPA-djp, über dieses Thema zu verhandeln. In den Medien kursierende angebliche Sozialpartnergespräche zu diesem Thema haben bis jetzt nicht stattgefunden", bekräftigt der stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp Karl Proyer. Proyer wies aber auch darauf hin, dass die in der Öffentlichkeit kolportierten Rahmenbedingungen für die Sonntagsarbeit so nicht stimmen. Für Beschäftigte, die ausschließlich an Wochenenden arbeiten, gelte nämlich die behauptete Zuschlags- und Freizeitregelung nicht.

"Sollte von der Sparte Handel der Wiener Wirtschaft das Ansinnen kommen, über konkrete Vorschläge für Tourismuszonen und die dafür nötigen rechtlichen und kollektivvertraglichen Rahmenbedingungen zu verhandeln, werden wir diese Verhandlungen als verantwortungsvoller Sozialpartner selbstverständlich wahrnehmen. Aber selbst eine gewerkschaftliche Verhandlungszusage bedeutet noch lange keine Zustimmung zu einer Wiener Tourismuszone. Wer glaubt, die Einführung einer Tourismuszonenlösung in Wien stehe unmittelbar vor der Umsetzung, der lebt im falschen Film", macht Proyer zum Abschluss deutlich.

Rückfragen & Kontakt:

GPA-djp Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Martin Panholzer
Tel.: 05 0301-21511
Mobil: 05 0301-61511
E-Mail: martin.panholzer@gpa-djp.at
http://www.gpa-djp.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002