EU-Umweltbüro: Keine Renaissance der Atomenergie durch Junckers Investitionspaket!

Steuergelder nicht für Hochrisiko-Technologie missbrauchen - Neuausrichtung des Energiesystems auf Erneuerbare ist Gebot der Stunde

Wien (OTS) - Weiterhin hohe Wellen schlägt das von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vorgestellte Innovationspaket für Europa in der Höhe von 315 Mrd. Euro, das kürzlich in Brüssel präsentiert wurde. Eine EU-Taskforce, bestehend aus Mitgliedstaaten, EU-Kommission und der Europäischen Investitionsbank (EIB) hat am Dienstag vergangener Woche konkrete Investitionsprojekte vorgeschlagen, deren Finanzierung aber noch völlig ungeklärt ist. Europäische Umweltorganisationen kritisieren vor allem, dass bis zu 100 Mrd. Euro - also fast ein Drittel des Gesamtvolumens - in die Atomindustrie fließen könnte. So will z. B. Polen fast 10 Mrd. Euro und Großbritannien gar 62 Mrd. Euro für ihre jeweiligen Atomprojekte zur Verfügung gestellt bekommen. "Man weiß schon seit Jahren, dass Nuklearenergie ohne Investitionen der öffentlichen Hand nicht konkurrenzfähig ist, deswegen versuchen einige Mitgliedstaaten nun ihre Atommeiler durch Gelder der SteuerzahlerInnen zu finanzieren", so Bernhard Zlanabitnig, Leiter des EU-Umweltbüros.

Vorschlag von BM Rupprechter: Europäischer Energiewende-Vertrag statt EURATOM

Bundesminister Andrä Rupprechter sprach sich während des heute Mittwoch stattfindenden Rates der EU-Umweltminister vehement gegen eine "Renaissance der Atomenergie" aus und schlug - sozusagen als Gegengewicht zum EURATOM-Vertrag - vor, sich für einen Europäischen Energiewende-Vertrag stark zu machen, der bereits am Europäischen Rat im März auf der Tagesordnung stehen sollte. Das EU-Umweltbüro unterstützt ausdrücklich diese Idee der Neuausrichtung der Energiesysteme auf erneuerbare Energien und ein System der kohlenstofffreien Zukunft Europas anstatt weiterhin in eine veraltete Hochrisiko- und Folgekosten-Technologie zu investieren.
"Wir fordern Bundeskanzler Faymann daher auf, sich beim dieswöchigen Europäischen Rat vehement gegen eine Renaissance der Atomenergie zu stellen und zu verhindern, dass europäisches Steuergeld in Milliardenhöhe den Atomlobbies zur Verfügung gestellt wird. Bundeskanzler Faymann muss dies mittels Vorbehalt im Schlussdokument des EU-Gipfels festhalten lassen und gleichzeitig die zukunftsweisende und mutige Idee eines Europäischen Energiewende-Vertrages mit allen Mitteln unterstützen", so Zlanabitnig.

Rückfragen & Kontakt:

EU-Umweltbüro im Umweltdachverband, Bernhard Zlanabitnig, Tel. 01/40 113-38
E-Mail: bernhard.zlanabitnig@eu-umweltbuero.at; www.eu-umweltbuero.at

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