Grüne/Hebein zum Tag gegen Gewalt an SexarbeiterInnen: Schutz vor Gewalt ist gesellschaftliche Verantwortung

Wien (OTS) - Der heutige 17. Dezember wird weltweit als Gedenktag gegen Gewalt an SexarbeiterInnen begangen. An diesem Tag versammeln sich SexarbeiterInnen und UnterstützerInnen und organisieren Mahnwachen, Demonstrationen und Proteste gegen die Kriminalisierung und Stigmatisierung der Sexarbeit. "Ich unterstütze die Forderungen der SexarbeiterInnenbewegungen weltweit, klar und entschieden gegen jede Form der Gewalt aufzutreten", erklärt Birgit Hebein, Sozialsprecherin der Grünen Wien, anlässlich des Gedenktages. "SexarbeiterInnen sind Teil unserer Gesellschaft und wir tragen die Verantwortung für ein solidarisches Miteinander", so Hebein.

In Wien arbeiten nach Schätzungen etwa 6.000 SexarbeiterInnen, viele von ihnen MigrantInnen. Ihre rechtliche Situation ist durch eine Vielzahl von Bundes- und Landesgesetzen geregelt, eine einheitliche Zugangsweise fehlt. Hier sprechen sich die Grünen Wien für eine Entkriminalisierung und gegen Verbote aus. "Gewalt gegen SexarbeiterInnen ist in jeder Form inakzeptabel. Darunter fallen auch willkürliche Kontrollen, Missachtungen des Datenschutzes, Verletzungen der Privatsphäre oder beleidigende und herabwürdigende Behandlungen. Egal, ob am Straßenstrich, als Escort-Begleitung oder im Laufhaus: Die Menschenrechte von SexarbeiterInnen sind nicht verhandelbar", betont Hebein. In diesem Zusammenhang verurteilt Hebein den gestrigen Polizeiübergriff in Paris auf Thierry Schaffauser, Gründungsmitglied und Aktivist der SexarbeiterInnen-gewerkschaft STRASS. Schaffauser wurde beim Verteilen von Kondomen und Flugblättern zur Demonstration anlässlich des Gedenktags am 17. Dezember in Paris von der Polizei unter ungerechtfertigter Gewaltanwendung verhaftet und stundenlang verhört.

"SexarbeiterInnen müssen endlich mit demselben Respekt wie alle anderen Menschen in dieser Gesellschaft behandelt werden", fordert Hebein. Eine wichtige Maßnahme zur Wahrung ihrer Rechte ist die Einbeziehung von SexarbeiterInnen in Entscheidungen, die sie betreffen. "Die Erfahrungen und die Forderungen von SexarbeiterInnen sind wichtige Beiträge in der politischen Debatte. Sie sind ExpertInnen, wenn es um ihre Arbeit geht", so Hebein abschließend.

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