AUVA-Pflegepreis Niederösterreich 2014: Hermine Hroch aus Gerasdorf ausgezeichnet

Verleihung im Landhaus mit LR Mag. Schwarz am 17.12., 10:30 Uhr

Wien/ St. Pölten (OTS) - Malermeister Peter Hroch stürzte im März 1986 beim Ausmalen so unglücklich mit der Leiter, dass er vierzehn Wochen im Koma lag und sich schwere Kopfverletzungen sowie Hüft- und Beinbrüche zuzog. Seit der Entlassung aus dem AUVA-UKH und Rehabilitationszentrum Meidling wird er zu Hause von seiner Frau Hermine betreut. Nach einem Schlaganfall 2004 verschlechterte sich sein Zustand: er kann nicht mehr unbeaufsichtigt bleiben und allein nicht mehr gehen. Für die unverzagt humorvolle Art, mit der Hermine Hroch alle Schicksalsschläge meisterte, und für liebevolle Betreuung ihres Mannes erhält die 71-jährige Gerasdorferin den AUVA-Pflegepreis Niederösterreich 2014. Die Verleihung fand am Mittwoch, dem 17. Dezember, um 10:30 Uhr im Leopoldsaal des St. Pöltener Landhauses statt. Soziallandesrätin Mag. Barbara Schwarz - in Vertretung von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll - und Mag. Friederike Lackenbauer, Direktorin der AUVA-Landesstelle Wien, bedankten sich und gratulierten. Kammerrat Rudolf Silvan, AK NÖ und Landesstellenausschussvorsitzender AUVA-Landesstelle Wien, sowie Dr. Franz Wiedersich, Direktor der Wirtschaftskammer NÖ, übergaben die Sachpreise. Der AUVA Pflegepreis wird 2014 zum siebzehnten Mal vergeben.

Es ist nie der einfache Weg, den Familie Hroch gehen musste. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die vergangenen 28 Jahre. Trotzdem hat Hermine Hroch ihre Herzensgüte und Lebensfreude nicht verloren. Es begann schon mit dem Arbeitsunfall ihres Mannes: nicht nur, dass eine ungesicherte Abdeckung die Leiter mit der er sich bewegte, kippte - er stürzte zudem in einen Montageschacht. Sein Sohn leistete sofort "Ersten Hilfe", verhinderte ein Ersticken und veranlasste, dass sein Vater in das Meidlinger Schädel-Hirnzentrum (Unfallkrankenhaus und Rehabilitationszentrum) der AUVA transportiert wurde.

Es folgten vierzehn Wochen Bangen und Warten, ob Peter Hroch wieder aus dem Koma erwacht. Hermine Hroch sperrte zu Mittag ihre Parfümerie zu und verbrachte die Pausen am Krankenhausbett. Dank der intensiven Betreuung und der Rehabilitationsmaßnahmen erholte sich Peter Hroch erstaunlich gut und war wieder flott zu Fuß. Als Folge der Kopfverletzung musste er aber ständig beaufsichtigt werden. Entweder war er in einer Tagesbetreuung oder mit in der Parfümerie seiner Frau, die ihm dort ein Bett aufgestellt hatte. "Das war ärger als einen Sack Flöhe hüten. Wenn ich Kundschaft im Geschäft hatte, ist er los marschiert und wir haben ihn dann in der ganzen Umgebung gesucht. Wenn ihn sogenannte Freunde entgegen unser Bitten auf ein alkoholisches Getränk einluden, hatten wir auf der Heimfahrt die ganze Bescherung im Auto", erinnert sich die rüstige 71-jährige.

1998 sperrte sie ihre Parfümerie für immer zu und ging trotz finanzieller Einbußen in vorzeitige Alterspension, um sich besser um ihren Mann kümmern zu können. "Ich blicke nicht gerne zurück. Ich schaue auf die Gegenwart und die Zukunft. Da wünsche ich mir, dass es mit unserer Gesundheit noch möglichst lange so bleibt, wie es jetzt ist", sagt die Preisträgerin.

Eine wichtige Stütze ist ihr Sohn Peter, der im 1. Stock des Hauses in einer eigenen Wohnung lebt. Er hält das gesamte Haus in Schuss und übernimmt das Heben und Tragen des links völlig gelähmten Vaters, der stattliche 1,89 groß ist und 110 Kilogramm wiegt. Mutter Hermine schaut auf die ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, damit das Gewicht nicht hinaufgeht. Peter Hroch kann sich maximal 15, 20 Minuten konzentrieren - zum Beispiel bei Aktivierungsübungen oder Besuch -, dann ist er so erschöpft, dass er ins Bett gebracht werden muss.

Zwei kleine Hunde aus dem Tierheim, zwei Katzen des Sohnes, Spaziergänge, die große Terrasse und der Garten in Gerasdorf sorgen für Ausgleich. "Ich kann meinen Mann einfach nicht allein lassen, die Sorge um ihn lässt mir keine Ruhe", seufzt Hroch. Dabei loben Mutter und Sohn ihren Pflegling sehr: "Er macht es uns sehr leicht, für ihn da zu sein. Er lächelt immer, alles ist ihm Recht und er freut sich über alles." Als große Hilfe bezeichnen sie das elektrische Spezialfahrrad (Motomed). Einmal pro Woche kommt eine Physiotherapeutin zur Unterstützung.

Peter Hroch (71) hat Pflegestufe 6. Er erhielt von der AUVA-Landesstelle Wien Decken- und Plattformlifte, Rollstuhl, Pflegebett mit Verlängerung, sowie diverse Hilfs- und Sanitärmittel.

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Gabriela Würth
Öffentlichkeitsarbeit AUVA-Landesstelle Wien
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