Greenpeace zu Plastik: EU-Richtlinie reicht nicht aus - weg mit 1 Milliarde Sackerl in Österreich!

Rupprechter muss Plastiksackerl-Aktionsplan vorlegen

Brüssel/Wien (OTS) - Der Umweltministerrat wird heute in Brüssel eine EU-Richtlinie zur Reduktion von Plastiksackerln annehmen. Der Kompromiss wurde bereits im November zwischen den EU-Staaten und dem Europäischen Parlament ausgehandelt. Für Greenpeace sind die EU-Mindestvorgaben jedoch nicht ausreichend, um die Verschmutzung der Umwelt durch Plastik zu stoppen. Die Umweltschutzorganisation fordert Umweltminister Andrä Rupprechter daher auf, in Österreich "ehrgeizig und rasch" weitere Maßnahmen zur Plastiksackerlreduktion in Angriff zu nehmen. Konkret fordert die Umweltschutzorganisation eine 80-prozentige Reduktion aller Einwegsackerl in Österreich bis 2019. Die EU-Richtlinie gibt den Mitgliedsstaaten dafür bis spätestens 2025 Zeit und lässt Ausnahmen zu.

"Jährlich werden in Österreich eine Milliarde Plastiksackerl verbraucht. Minister Rupprechter muss rasch einen Aktionsplan vorlegen, wie Österreich dieses Problem in den Griff bekommt", fordert Alexander Egit, Geschäftsführer von Greenpeace. Nur die EU-Richtlinie umzusetzen genüge nicht. Ausnahmslos alle Einwegsackerl müssen von der Reduktion betroffen sein. "Es darf keine Schlupflöcher für eine bestimmte Art von Sackerl geben", stellt Egit klar. Eine halbe Milliarde Plastiksackerl in Österreich seien dünne Knotenbeutel für Obst, Gemüse und Fleisch, für die in der EU-Richtlinie keine Verpflichtung zur Reduktion vorgesehen seien. Österreich könne sich bei der Umsetzung der EU-Vorgaben jedoch freiwillig auf eine umfassende Reduktion verpflichten. "Wir erwarten uns, dass auch der Handel dazu seinen Beitrag leistet", so Egit.

Zudem müsse der Umweltminister im Rahmen des Aktionsplans die so genannten 'abbaubaren' Erdöl-Plastiksackerl verbieten, die beim Abbauprozess die Umwelt stark mit Mikroplastik belasten. Das ursprünglich vom EU-Parlament für alle Mitgliedsstaaten geforderte Verbot wurde im Rat von Großbritannien verhindert.

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