Traurige Weihnachten für kranke Menschen: Pensionsvorschuss-Regelung noch immer nicht repariert

Linz (OTS) - Von "fröhlichen Weihnachten" keine Rede: Herr B. aus Linz war früher leitender Angestellter, verheiratet, gut situiert. Heute ist er krank, allein, nicht krankenversichert und ohne jedes Einkommen. Wie das in einem Sozialstaat wie Österreich möglich ist? Die missglückte Neuregelung des Pensionsvorschusses führt dazu, dass schwer kranke Menschen, die Jahrzehnte lang Sozialversicherungsbeiträge gezahlt haben, plötzlich ohne soziale Absicherung dastehen. Die Reparatur dieser Regelung steht deshalb ganz oben auf der Wunschliste von AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer:
"Ich richte meinen Wunsch aber nicht ans Christkind, sondern an den Sozialminister und die Gesundheitsministerin."

Herr B. hatte sich vom Arbeiter zum leitenden Angestellten hinaufgearbeitet. Irgendwann wurde ihm der Stress zu viel. Es wurde nicht nur ein Burn-Out-Syndrom, sondern auch eine Augenkrankheit mit zunehmender Sehbeeinträchtigung diagnostiziert. Ein Leiden übrigens, das von Experten gerne als Managerkrankheit bezeichnet und mit Stress in Verbindung gebracht wird. Dann ging es Schlag auf Schlag: Auf die Krankheit folgte die Kündigung, eine Besserung seines Gesundheitszustandes ist nicht in Sicht.

Der Pensionsantrag von Herrn B. wurde abgelehnt, dagegen klagt er jetzt mit Hilfe der Arbeiterkammer vor dem Arbeits- und Sozialgericht. Früher hätte er bis zum Ausgang des Verfahrens einen Pensionsvorschuss bekommen, seit der Neuregelung ist das nicht mehr der Fall. Das Problem dabei: Sein Krankengeldbezug ist erschöpft, Arbeitslosengeld bekommt er auch nicht, weil er weiterhin krank ist und so der Arbeitsvermittlung nicht zur Verfügung steht. Er hat also überhaupt kein Einkommen und ist nicht einmal mehr krankenversichert.

Diese Situation so kurz vor Weihnachten verursacht Stress, und der verschlimmert seine Krankheit: Mittlerweile ist auch das zweite Auge betroffen, Herr. B. muss wieder ins Spital. Wer die Behandlung bezahlt, steht in den Sternen. Herr B. hat keine Ahnung, wie es weitergehen soll und ist völlig am Boden zerstört.

"Was muss eigentlich noch passieren, bis die Politik eine angemessene Lösung findet?", fragt AK-Präsident Kalliauer. Nach Ansicht der Arbeiterkammer gibt es dafür zwei Möglichkeiten: die Einführung eines "Überbrückungsgeldes" für jene, die ein aufrechtes Arbeitsverhältnis haben und deshalb kein Arbeitslosengeld bekommen, oder die Einführung eines "Sonderkrankengeldes" für jene, die wegen notwendiger medizinischer Behandlungen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen und deshalb kein Arbeitslosengeld bekommen. "Wir wollen nicht länger zuschauen, wie das Sozialministerium und das Gesundheitsministerium einander den Ball zuspielen. Den Betroffenen muss geholfen werden, und zwar rasch!", fordert Kalliauer.

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