Grüne/Johann zur HCB-Causa: "Nur drei Tage Probebetrieb reichten für positiven Bescheid"

Johann: "Grobe Mängel bei der Erstellung des Bescheids zur Blaukalkverarbeitung"

Klagenfurt (OTS) - "Die HCB-Emissionen im Görtschitztal sind das Ergebnis einer Verkettung von Versäumnissen beim Genehmigungsbescheid und Aktivitäten des Werksbetreibers, der sich offensichtlich nicht an das eingereichte Projekt und die einschlägigen Gesetze gehalten hat", erklärt LAbg. Michael Johann von den Grünen anlässlich des heute beginnenden Untersuchungsausschusses des Kärntner Landtags.

"Der Bescheid, der die Verarbeitung des HCB-haltigen Kalkschlamms erlaubt, basiert auf einer Anzeige des Zementwerkes Wietersdorf und wurde im Jahr 2010 in nur sechs Wochen ohne Befassung des Naturschutzbeirats und der betroffenen BürgerInnen positiv beschieden. Der Bescheid stützt sich auf die Aussagen der Amtssachverständigen, die das Projekt sehr positiv beurteilt und keinerlei zusätzliche Auflagen verlangt haben. HCB-Grenzwerte oder verpflichtende HCB-Messungen des Abgases wurden nicht vorgeschrieben", ist Johann entsetzt und fügt dem hinzu: "Das Wort Chlor kommt darin kein einziges Mal vor!"

"Die Grundlage für die positive Beurteilung lieferte ein Probebetrieb, der aber nicht Wietersdorf, sondern im Zementwerk Wopfinger in NÖ stattfand. Beim Probebetrieb, der nur knappe drei Tage dauerte, wurden nur geringe Blaukalk-Mengen von 100kg/h, 300 kg/h und für eine Dauer von nur fünf Stunden 500 kg/Stunde eingesetzt. In Wietersdorf wurden aber in den Jahren 2013 und 2014 durchschnittlich mindestens 5000 kg/h, also das Zehnfache eingesetzt", berichtet Johann.

"Wenn es in Wietersdorf einen Probebetrieb gegeben hätte, hätte man festgestellt, dass die geplante direkte Zugabe von Blaukalk in das Drehrohr wegen möglicher Verstopfungen nicht so funktionierte wie geplant", ist Johann überzeugt: "Deswegen hat Wietersdorf die Blaukalkaufgabe dann anders vorgenommen, als bescheidmäßig vorgesehen war und so die hohen HCB-Emissionen verursacht."

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