Industrie: OECD-Bericht bestätigt Handlungsbedarf bei qualifizierter Zuwanderung

IV-GS Neumayer: Regierungsprogramm zu qualifizierter Zuwanderung rasch umsetzen - Rot-Weiß-Rot-Karte entbürokratisieren und weiterentwickeln

Wien (OTS/PdI) - "Wir müssen Qualifikation nach Österreich holen und uns noch stärker als bisher als attraktiver Standort für hochqualifizierte Facharbeitskräfte positionieren. Qualifizierte Zuwanderung ist ein Schlüsselfaktor für einen nachhaltig wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort und damit auch für mehr Beschäftigung. Dem wurde mit Einführung der Rot-Weiß-Rot-Karte (RWR) Rechnung getragen, die es nun weiterzuentwickeln gilt", hielt Mag. Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), heute, Mittwoch, anlässlich der Präsentation des OECD-Länderberichts zu Österreich fest. So bestätige der Bericht zwar, dass die bestehenden Rahmenbedingungen für Arbeitsmigration in Österreich durch die jüngsten Reformen verbessert wurden, empfehle aber auch ganz klar weitere Anpassungen - etwa die verstärkte Nutzung des qualifizierten Arbeitskräftepotenzials ausländischer Studierender. "Das entspricht der langjährigen Forderung der Industrie, wonach Bachelor- und Doktoratsabsolventinnen und -absolventen in das RWR-System einbezogen werden sollten", so Neumayer, der klarstellte: "Diese haben arbeitsmarktnahe Qualifikationen, sind meist gut in Österreich integriert und wurden auf Kosten der österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ausgebildet. Dennoch gelten für sie die erleichterten Regelungen für Studienabsolventinnen und -absolventen nicht, wodurch fachliche Qualifikation ins Ausland abzufließen droht. Das müssen wir ändern." Auch müsse eine entsprechende Zeitdauer für die Arbeitsplatzsuche vorgesehen werden - seitens der Industrie plädiere man hier für die Verlängerung von sechs auf zwölf Monate sowie für die Schaffung eines eigenen Aufenthaltstitels zur Jobsuche. Neumayer: "Häufig dauern die Verfahren schon acht Wochen. Dadurch bleiben für die Jobsuche noch vier Monate, was sich vor allem über den Sommer - mangels Angebot -oft schwierig gestaltet. Hier sehen wir daher Bedarf für eine Adaptierung."

Verfahren schneller und transparenter gestalten

Immer wieder würden zudem die Dauer sowie die Transparenz der Verfahren kritisiert. "Die Einführung einer digitalen Antragsverfolgungsmöglichkeit, eine verbesserte Bescheidbegründung, die Etablierung eines Monitoring-Systems in den Behörden hinsichtlich Verfahrensdauer und Verfahrensqualität sowie die Bereitstellung von mehrsprachigem und einfach lesbarem Informationsmaterial könnten hier Abhilfe schaffen", so der IV-Generalsekretär. Angesichts der demografischen Entwicklung und der globalen Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften steige der Wettbewerb von Unternehmen und Staaten um die besten Köpfe. "Um für diesen Wettbewerb gerüstet zu sein, brauchen wir unter anderem ein unbürokratisches Anerkennungsverfahren für ausländische Qualifikationen bis hin zu einer vermehrten Sprachförderung auf allen Bildungsebenen zur besseren Integration", so Neumayer, der abschließend hervorhob:
"Österreich muss sich als Zielort für internationale Talente positionieren. Zusätzlich zum gesetzlichen Regelwerk muss es daher ein attraktives Gesamtkonzept für qualifizierte Zuwanderung geben, damit Österreich künftig verstärkt von internationalen Talenten wahrgenommen wird."

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