FSG-Mernyi: Menschen sind mehr als ihre reine Arbeitskraft

Vor 95 Jahren wurde achtstündiger Arbeitstag beschlossen

Wien (OTS/FSG) - Am 17. Dezember 1919 beschloss die österreichische Nationalversammlung den achtstündigen Normalarbeitstag. Damit konnte auch in Österreich eine jahrzehntelange weltweite Forderung der ArbeiterInnenbewegung in Folge verwirklicht werden. "Der Beschluss vor 95 Jahren war ein Meilenstein für die arbeitenden Menschen. Mehr Sicherheit, bessere Gesundheit und vor allem ein würdiges Leben, das arbeitende Menschen nicht auf ihre reine Arbeitskraft reduzierte, wurden auf Schiene gebracht. ,Acht Stunden arbeiten, acht Stunden schlafen und acht Stunden Freizeit und Erholung', so lautete der Slogan. Und die damaligen Überlegungen sind heute noch aktuell -Stichwort 'Work-Life-Balance'. Viele Studien belegen, dass lange Arbeitszeiten das Unfallrisiko erhöhen und auf Dauer krank machen", sagt FSG-Bundesgeschäftsführer Willi Mernyi und warnt gleichzeitig davor, unter dem Schlagwort Flexibilisierung die bestehenden Arbeitszeitregelungen weiter auszuhöhlen oder in Frage zu stellen.

Mit Inkrafttreten des damaligen Gesetzes galt der Achtstundentag mit einigen Ausnahmen für fast alle ArbeitnehmerInnen. Enthalten waren unter anderem auch schon eine 44-Stunden-Woche und ein freier Samstagnachmittag für Frauen und Jugendliche sowie Überstundenzuschläge. "Wenn wir heute alle sozialen - von GewerkschafterInnen seither erkämpften - Errungenschaften nicht erhalten und für die arbeitenden Menschen weiterentwickeln und verbessern, dann droht vielen Generationen der Rückfall in vergangene Zeiten. Und diese waren geprägt von bitterer Armut - im Arbeitsleben und auch danach im hohen Alter. Wenn wir dieses Paket aufschnüren, die solidarische Finanzierung unseres Sozialstaats oder den Generationenvertrag auflösen, wird die Kluft zwischen Arm und Reich nicht nur ansteigen, sie wird regelrecht emporschnellen, wie zahlreiche Studien über die steigende ungleiche Vermögensverteilung in unserem Land befürchten lassen. Daher sind die Vermögenden aufgerufen, ihren fairen Beitrag zum Wohle aller in unserem Gesellschaftssystem zu leisten - und nicht immer nur darüber zu jammern, wie viel sie ohnehin schon zahlen, trotzdem aber ihr Vermögen Jahr für Jahr immer mehr wird. Wenn Letzteres geht, geht Ersteres auch", so Mernyi abschließend.

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